Kaninchen-Steckbrief

Die wilden Verwandten als Vorbild

Hase oder Kaninchen?

Geschlecht

Körpersprache und Verhalten
Haltung

Vor der Anschaffung

Woher nehmen?

Kaninchen und andere Tiere

Nie allein

Wer mit wem?

Kastration

Zusammenführung

Nachwuchs

Unterbringung

Außenhaltung

Innenhaltung

Gehegeeinrichtung/Beschäftigung

Urlaubsbetreuung
Ernährung

Grundnahrung: Heu

Wiese

Frischfutter

Kräuter

Zweige

Wasser

Trockenfutter

Mythos Brot

Futterumstellung - aber richtig

Shopping für Kaninchen

Krankheiten

Gesundheitscheck

Der richtige Tierarzt

Abszesse

Augenerkrankungen

Blinddarmkot

Durchfall

Encephalitozoonose Cuniculi

Epilepsie

Hefen

Kokzidien

Myxomatose

Pilzinfektionen

RHD/Chinaseuche

Scheinträchtigkeit

Schnupfen

Tumore

Trommelsucht/Kolik

Verstopfung

Wunde Läufe

Zahnerkrankungen
Literaturempfehlungen

Klick mich - Weiterführende Links

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KANINCHEN-STECKBRIEF

Die wilden Verwandten als Vorbild

Kaninchen gehören seit vielen Jahren zu den beliebtesten Haustieren. Um den Bedürfnissen dieser Tiere, die lange nicht so anspruchslos sind wie viele glauben, wirklich gerecht zu werden, lohnt es sich einen Blick auf ihre Verwandten, die Wildkaninchen zu werfen. Alle Hauskaninchen, egal ob groß oder klein, Widder oder Löwenköpfchen, sie alle stammen vom ursprünglich in Spanien heimischen Wildkaninchen ab. Auch wenn sich diese Tiere optisch sehr von ihren Vorfahren unterscheiden, ihre Grundbedüfnisse sind immernoch die selben und wenn sie die Möglichkeit dazu haben, leben die Kaninchen diese auch aus. Doch was sind diese Bedürfnisse?

Zum einen leben Wildkaninchen in Kolonien, das bedeutet es sind Rudeltiere, die Artgenossen um sich brauchen um zu Überleben. Die Größe dieser Gruppe kann sehr stark variieren, von wenigen Tieren bis zu über 100. Solch große Gruppen unterteilen sich dann jedoch meistens in mehrere kleinere Rudel. Innerhalb der Gruppe gibt es eine Rangordnung, die durch drohende Gesten, Jagereien oder sogar Kämpfe immer wieder neu festgelegt wird. Man geht davon aus, dass ein Alpha-Pärchen die Gruppe anführt.


Connys Kaninchen Pünktchen, deren Vater ein waschechtes Wildkaninchen war.


Die Jungen der Wilkaninchen kommenn blind und nackt im gemeinsamen Bau der Gruppe zur Welt. Dieser Bau hat mehrere Röhren, jede davon wird von 1 - 2 Kaninchen bewohnt. Zur Zeit der Dämmerung (Morgens und Abends) kommen die Tiere aus ihrem Bau und begeben sich auf Nahrungssuche. Zu ihrer Nahrung gehören in erster Linie Gräser und Kräuter, aber auch Wurzeln, junge Zweige, Rinde uvm. Der Winter ist eine harte Jahreszeit für die Pflanzenfresser. Gräser gibt es kaum und wenn, dann meist unter einer dicken Schneedecke. Die Wildkaninchen weichen jetzt auf Rinde, Herbstblätter von Bäumen und Sträuchern etc. aus. Diese Nahrung enthält noch weniger Nährstoffe als die Nahrung in den üppigeren Jahreszeiten. Das bedeutet, die Tiere müssen sehr viel fressen. Dabei bewähren sich ihre ständig nachwachsenden Zähne, denn die Zähne werden durch diese rohfaserreiche Kost stark beansprucht. Durch die ständige Nahrungsaufnahme bleibt der Darm immer in Bewegung, genauso wie das Kaninchen selbst. Die Kaninchen flitzen immer wieder in ihren Bau, sobald Gefahr droht und kommen wenige Minuten später wieder hervor um ihre Nahrungssuche fortzusetzen.

Die wichtigsten Bedürfnisse die wir für unsere Hauskaninchen also aus diesem Verhalten ableiten können sind: Artgenossen, einen dunklen, sicheren Rückzugsort, rohfaserreiche Kost und Bewegungsfreiheit.



Interessante Links zum Thema:

Sozialverhalten von Wildkaninchen

Geschichte der Kaninchen


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Hase oder Kaninchen?

Hase, Zwerghase, Stallhase... das alles sind Ausdrücke, die immer wieder für unsere Kaninchen benutzt werden. Aber ist es eigentlich richtig unsere Kaninchen als Hasen zu bezeichnen?
Nein, es ist ganz und gar falsch und die folgende Tabelle wird die Unterschiede verdeutlichen, die wirklich groß sind. Würde bei Ihnen zu Hause ein Hase sitzen, so könnten Sie richtig Ärger bekommen, denn hier handelt es sich um ein Wildtier, welches unter Naturschutz steht und das nicht einfach aus der Natur mitgenommen werden darf. Alles was bei uns in heimischen Gärten und Wohnungen und leider auch noch oft in Käfigen und Buchtenställen lebt, egal wie groß oder klein, sind also Kaninchen.

Wenn der Frühling über's Land zieht, werden in freier Natur auch wieder viele Hasen geboren und leider von unwissenden Spaziergängern eingesammelt, weil sie meinen ein verlassenes Jungtier ausserhalb seines Baues gefunden zu haben.

BITTE LASSEN SIE DIE KLEINEN WO SIE SIND !!!

Hasen gebären ihre Jungen in einer so genannten Sasse, einer Mulde im Boden, nicht wie Kaninchen in Höhlen. So sind sie leider leicht zu finden, so lange die Vegetation noch niedrig ist. Das Muttertier kommt nur ca. einmal täglich (meist nachts) zum Säugen, insofern ist es auch sinnlos darauf zu warten. Lassen Sie das Junge komplett in Ruhe und fassen Sie es auch bitte nicht an.


Junger Feldhase




Noch blindes Kaninchenbaby


FELDHASE
Lepus europaeus
WILDKANINCHEN
Oryctolagus cuniculus

rotbraun/erdbraun, heller Bauch

Fell

graubraun, heller Bauch

groß, schlank, lange Beine

Körperbau

klein, rundlich/gedrungen, kurze Beine

Dunkel geränderte Spitzen
ca. 12-14 cm

Ohren

ca. 6-8 cm

ca. 2,5-6 kg

Gewicht

ca. 1,5-2,5 kg

Nein, steht unter Naturschutz

Haustier?

Ja, Zucht in vielfacher Form

Oberirdisch, Feld- und Wiesenbewohner

Lebensraum

In Erdbauten (Höhlen) in bevorzugt deckungsreichem Gelände

Einzelgänger, ausser zur Paarungszeit

Sozialverhalten

lebt mit Artgenossen in großen Kolonien

schneller Langstreckenläufer

Fluchtverhalten

Kurzstreckenläufer (Sprinter), hakenschlagend suchen sie Zuflucht im Bau

40-42 Tage

Tragzeit

28-33 Tage

1-2 Junge

Wurfgröße

3-6 Junge

können sehen, hören, sind behaart, Nestflüchter

Babies

blind, taub, nackt, hilflos, Nesthocker

48

Chromosomenzahl

44



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Geschlecht

Die Geschlechtserkennung ist bei jungen Kaninchen nicht ganz einfach. Bei jungen Männchen sind noch keine Hoden zu sehen, die eine Bestimmung eindeutig machen würden. Beim ausgewachsenen Kaninchen ist es etwas einfacher. Allerdings muss man wissen, dass Rammler in der Lage sind ihre Hoden "hochzuziehen". Das bedeutet, dass man nicht automatisch von nicht vorhandenen/sichtbaren Hoden auf ein Weibchen schließen sollte.

Unterscheiden kann man die Geschlechter dennoch. Beim Weibchen ist die Geschlechtsöffnung eher schlitzförmig, während sie beim Männchen deutlich punktfürmig ist. Auf leichten (!) Druck stülpt sich beim Männchen der Penis aus. Wenn Sie selbst unsicher sind, lassen Sie das Geschlecht von einem Tierarzt überprüfen! Dies ist keine unnötige Fahrt, denn eine falsche Geschlechtsbestimmung kann fatale Folgen haben!
Entweder sie haben innerhalb kürzester Zeit Nachwuchs oder zoffende Häsinnen oder Rammler, die sich womöglich schwer verletzen!

Verlassen Sie sich auch bitte auf keinen Fall auf die Aussagen, die Sie womöglich in der Zoohandlung bekommen haben! Wir sagen das nicht aus Bosheit, sondern weil wir leider (auch selbst schon) immer wieder die Erfahrung machen müssen, dass Zoohandlungspersonal oft nicht ausreichend ausgebildet ist und falsche Auskünfte gibt.


Weibliches Kaninchen


Männliches Kaninchen


Weiter Informationen und auch weitere Bilder finden Sie hier:

Geschlechterbestimmung


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Körpersprache / Verhalten


Aufdringlichkeit beim Saubermachen
Wenn Conny mit Eimer und Besen bewaffnet ins Gehege stiefelt, ist sie die Hälfte der Zeit damit beschäftigt sich ihre Bande vom Leib zu halten und ihre Utensilien zu sichern. Da wird der Handbesen gepackt und durch die Gegend geworfen, der Eimer umgekippt und von manch einem (vor allem Weibchen) wird sie auch mit der Schnauze geboxt. Die Damen finden es meist gar nicht toll, wenn ihr Revier aufgeräumt wird. Vielleicht ist es aber auch einfach eine tolle Abwechslung im Kaninchenalltag. Damit muss man leben oder die Kaninchen in dieser Zeit anderswo unterbringen. Aber eigentlich macht es ja auch ein bisschen Spaß, oder?

Brummen/Knurren
Ein brummendes Kaninchen lassen Sie lieber in Ruhe. Es möchte jetzt nicht angefasst werden. Oft folgt auf dieses Brummen oder Knurren ein Angriff bei dem das Kaninchen auch zubeißen kann. Kaninchen brummen/knurren sich auch gegenseitig an, der Unterlegene ergreift dann meist die Flucht.

Hennenstellung
Wer schonmal ein Kaninchen in "Hennenstellung" gesehen hat, der weiß warum das brütende Hühnchen Namenspate ist. Die Füße des Kaninchen sind nicht zu sehen, sie sind unter den Körper eingezogen. Die Ohren liegen flach an, die Augen sind meist halb geschlossen. Stören Sie ein so dösendes Kaninchen nicht. Es möchte seine Ruhe haben und wird nach dieser Ruhephase wieder aktiver werden.

Hocken
Das ist die typische Kaninchenstellung. Der Oberkörper ist aufrecht, die Ohren können angelegt oder aufmerksam aufgestellt sein. Spielt das Kaninchen dabei mit den Ohren ist es extrem aufmerksam, es entgeht ihm nichts.

Jagen
Kaninchen sind ihren Artgenossen gegenüber nicht immer nur freundlich gesonnen. Besonders bei Zusammenführungen kommt es häufig zu Jagereien. Dabei scheucht das dominante Tier das Unterlegene um ihm klarzumachen, wer das Sagen hat. Dabei kann es durchaus auch passieren, dass der Jäger dem Gejagten Fell ausreißt.
Jagereien kommen aber auch in gefestigten Gruppen vor. Entweder weil zwischendurch mal wieder klar gemacht werden muss, wer wo in der Rangordnung steht, im Frühling wenn das Paarungsverhalten einsetzt oder auch einfach wenn Aufregung in die Gruppe kommt weil es z.B. gleich Futter gibt. Das sieht für uns Menschen meist schlimmer aus als es ist. Dieses Verhalten ist völlig normal und gehört zum Kaninchenalltag dazu.

Klopfen mit den Hinterbeinen
Durch lautes Klopfen mit den Hinterbeinen auf den Boden warnen Wildkaninchen ihre Sippenmitglieder vor Gefahr. Auch unsere Hauskaninchen zeigen dieses Verhalten noch und warnen ihre Artgenossen oder manchmal auch ihren Menschen vor Gefahren. Das kann z.B. eine vorbeilaufende Katze oder ein lautes Geräusch sein. Manchmal reicht auch ein Geruch, den wir Menschen womgölich garnicht wahr nehmen. Pilars Kaninchen Ranco z.B. klopfte immer mit den Hinterbeinen wenn im Garten gegrillt wurde. Offenbar sagte ihm der Instinkt, dass Rauch etwas Gefährliches war.

Kopf flach auf den Boden drücken
Das Kaninchen macht sich ganz flach, die Ohren sind angelegt, das Schwänzchen unten. Das bedeutet: "Ich ergebe mich." Es demonstriert seine Unterlegenheit und akzeptiert das andere Kaninchen als Chef.
Das Verhalten kommt auch vor, wenn ein Kaninchen das andere zum Schmusen animieren möchte. Dann schiebt es den Kopf unter den Kopf des Partners und hofft, geputzt zu werden.

Liegen (mit ausgestreckten Hinterbeinen)
Das Kaninchen ist völlig entspannt. Es hat volles Vertrauen zu seiner Umgebung und weiß, ihm kann nichts passieren. Besonders Widderkaninchen haben die Angewohnheit teilweise komplett auf der Seite liegend tief und fest zu schlafen. Schon so mancher Kaninchenbesitzer hat bei diesem Anblick seines vermeintlich toten Kaninchens einen Schreck bekommen.

Luftsprünge / Hakenschlagen
Das ist ein Ausdruck purer Lebensfreude und wohl für jeden Kaninchenbesitzer der schönste Anblick den es gibt. Die Kaninchen fetzen in einem unglaublichen Tempo durchs Gehege, springen in die Luft, schlagen mit den Hinterbeinen aus und sprühen einfach so vor Energie und Freude. Wer würde nach so einem Anblick Kaninchen noch im Käfig halten wollen?

Männchen machen
Die Ohren sind gespitzt und das Kaninchen ist sehr interessiert und beobachtet seine Umgebung. Schleicht vielleicht ein Feind in der Nähe herum? Dann wird der Partner/die Gruppe durch Klopfen mit den Hinterbeinen gewarnt.
Immer hungrige Kaninchen machen auch Männchen um Leckerchen zu erhaschen: "He Frauchen, Du hast doch bestimmt was Gutes für mich?!"


Links das aufmerksame Pünktchen beim Freilauf, rechts Sunny, die sich nach dem lecker Löwenzahn von Frauchen Conny reckt, den Tommy Bommel noch nicht bemerkt hat.

Markieren (mit dem Kinn oder mit Urin)
Wildkaninchen stecken ihr Revier ab, um potentiellen Eindringlingen klarzumachen: "Hier wohne ich mit meiner Sippe!" Dazu wird das Kinn an Gegenständen wie z.B. Ästen oder Baumstämmen gerieben. Unsere langohrigen Mitbewohner markieren z.B. beim Auslauf in der Wohnung oder einen neuen Einrichtungsgegenstand in ihrem Gehege. Die Reviergrenzen werden mit Urin markiert. Letzteres mag für den Halter unangenehm sein, gehört aber zum natürlichen Verhalten dazu. Kastrierte Tiere, die in einer festen Gruppe und einem festen Revier ohne Sicht und Riechkontakt zu fremden Kaninchen (die nicht zu ihrer Gruppe gehören) markieren im Normalfall jedoch nur sehr wenig.

Ohren angelegt
Hockt das Kaninchen mit angelegten Ohren, ist dies eine Ruheposition (s. Hocken oder Hennenstellung). Reckt es jedoch zeitgleich das Schwänzchen nach oben, streckt den Kopf nach vorne und knurrt sogar, ist es ein Zeichen für Äggressivität. Man sollte das Kaninchen in Ruhe lassen.

Ohren nach vorne gestellt
Das Kaninchen ist sehr aufmerksam, es hat vielleicht etwas Neues/Unbekanntes entdeckt und will es nun untersuchen. Das Schwänzchen ist waagrecht nach hinten gestellt. Auch bei Zusammenführungen kommt dieses Verhalten vor wenn der neue Artgenosse genau beschnuppert wird. Eventuell beschnuppern ihre Kaninchen auch Sie auf diese Weise. Lassen sie die Tiere gewähren und machen sie keine hektischen Bewegungen.

Rammeln
Nicht nur männliche sondern auch weibliche Kaninchen rammeln. Zum einen natürlich zur Paarung, aber es gehört auch zur Klärung der Rangordnung dazu.

Schreien
Kaninchen geben nur wenige Laute von sich. Einen hohen schrillen Schrei stoßen Kaninchen in Todesangst aus. Seien Sie froh, wenn sie das nie hören müssen, es geht wirklich durch Mark und Bein!

Schwänzchen weit nach oben gestellt
Das hochgereckte Schwänzchen signalisiert immer hohe Aufmerksamkeit oder Erregung. Bei Zusammenführungen kann man diese Stellung oft beobachten oder auch bei Rammlern, die ein Weibchen umwerben.

Starre/flach auf den Boden drücken
Das Kaninchen sitzt mit weit aufgerissenen Augen, angelegten Ohren und sich möglichst klein/flach machend da, die Atmung ist in der Regel beschleunigt. Dieses Verhalten legen Wildkaninchen an den Tag, wenn ein Fressfeind in der Nähe ist und der Weg zum schützenden Bau zu weit ist und keine Chance bietet. Sie hoffen darauf, vom Feind übersehen zu werden. Verhält sich Ihr Kaninchen so, machen Sie keine hecktischen Bewegungen oder laute Geräusche. Das Kaninchen könnte in Panik ausbrechen. Lassen Sie das Tier am besten ganz in Ruhe und entfernen Sie, was auch immer das Kaninchen so sehr erschreckt hat.

Stupsen mit der Nase
Das kann verschiedene Gründe haben. Ist es ein freundliches Stupsen, kann es heißen "Hallo" oder "Hast du ein Leckerchen für mich?" Schiebt das Kaninchen energisch die Hand weg, heißt es, dass es nicht angefasst oder gestreichelt werden möchte. Das sollten Sie auch immer respektieren.

Umkreisen
Der Rammler umkreist die Häsin um sie zu umwerben. Aber auch gierige Kaninchen umkreisen die Beine ihrer Halter in der Hoffnung auf etwas Essbares.

Wälzen
Das Kaninchen fühlt sich wohl. Häufig zeigen Kaninchen dieses Verhalten auf frisch aufgebuddelter Erde oder in Sandkisten.

Zähneknirschen
Eventuelle weitere Anzeichen sind Apathie (sitzt zusammengekauert da, ist teilnahmslos), frisst wenig oder gar nicht.
In diesem Fall ist das Zähneknirschen ein Signal für große Schmerzen! Bitte suchen sie sofort einen kaninchenerfahrenen Tierarzt auf, denn bei Kaninchen ist der Zeitraum zwischen dem Entdecken einer Krankheit und dem Tod leider sehr kurz. Verlieren Sie bitte keine Zeit, wenn Ihnen Ihr Tier am Herzen liegt.

Zähnemahlen
Zähnemahlen, im Gegensatz zum Zähneknirschen, ist ein positives Zeichen. Meist kommen die Geräusche rythmisch, manchmal sieht man sogar leichte Kaubewegungen. In diesem Fall ist das Kaninchen entspannt, fühlt sich wohl und malmt beim Streicheln mit den Zähnen. Freuen Sie sich, Ihrem Kaninchen geht es bestens!

Zucken (Hinterteil/Flanke)
Dabei zuckt die Haut/das Fell am Hinterteil/der Flanke des Kaninchens. Das kann man meist bei der Lieblingsspeise des Kaninchens beobachten. Manchen Sie sich keine Sorge, Ihrem Kaninchen schmeckt es mal wieder bestens.

Weitere Informationen finden Sie hier:

Das Verhalten von Kaninchen - von Dr. med. vet. Lazarz


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HALTUNG



Vor der Anschaffung

Bevor Sie sich dafür entscheiden, Kaninchen anzuschaffen, sollten Sie sich gründlich überlegen ob diese Tiere auch wirklich zu Ihnen passen und Sie bereit sind, alle Unannehmlichkeiten, die eine artgerechte Haltung vielleicht mit sich bringt, zu akzeptieren.

Warum Kaninchen?
Bitte sagen Sie jetzt nicht, dass sich Ihre Kinder eines dieser knuffeligen, pflegeleichten Tierchen wünschen und Kaninchen ja nicht viel Platz brauchen und wenig kosten. Oder trifft einer dieser Punkte zu? Ganz ehrlich? Können Sie dies doch im tiefsten Inneren mit "JA" beantworten, dann sollten Sie sich Kaninchen bitte sofort wieder aus dem Kopf schlagen, denn Kaninchen sind bei Weitem nicht die pflegeleichten, anspruchslosen Schmusetiere, für die sie viele Menschen immer noch halten. Wir möchten hier die größten Irrtümer aufklären:

Irrtum 1: Kaninchen sind ideale Haustiere für Kinder
Kaninchen sind grundsätzlich Fluchttiere. Das heißt sie sind schreckhaft, scheu und ängstlich. Es erfordert sehr viel Geduld und Wissen, sie zutraulich zu bekommen und dieses Vertrauen zerbricht sehr leicht, wenn man sie falsch händelt. Außerdem können sich Kaninchen nicht wehren. Im Gegensatz zu einer Katze oder einem Hund, lassen die meisten Kaninchen alles über sich ergehen, ob angenehm oder nicht. Sie sind in ihren, meist kleinen, Käfigen nicht in der Lage unerwünschten Händen zu entgehen. Dennoch haben Kaninchen grundsätzlich ihren eigenen Kopf, nicht jedes Tier wird zutraulich und wird gern gestreichelt. Manche Tiere bleiben ihr Leben lang scheu.
Kaninchen gehören also nicht in Kinderhände, es sei denn die Eltern stehen voll und ganz hinter dieser Entscheidung, sind gut informiert über die Bedürfnisse der Langohren und übernehmen die Verantwortung für die Tiere und bringen ihren Kindern somit den verantwortungsbewussten Umgang mit den Tieren bei und stellen klare Regeln auf. Eltern sollten auch bedenken, dass Kaninchen bis zu 10 Jahre alt werden können. Was passiert mit den Tieren wenn die Kinder älter werden und sich nicht mehr für die Tiere interessieren? Was wenn die "Kinder" einmal das Haus verlassen und die Kaninchen nicht mitnehmen können/wollen? Leider muss man in vielen Fällen nicht einmal so weit im Voraus denken, denn Kinder verlieren oft schnell das Interesse. Es kann nicht sein, dass die Kaninchen dann vergessen in einer Ecke des Zimmers vor sich hinvegetieren wie ein uninteressant gewordenes Spielzeug. Es sind Lebewesen und das sollte man bedenken BEVOR man sich für Haustiere entscheidet. Man übernimmt die lebenslange Verantwortung für sie.

Irrtum 2: Kaninchen sind anspruchslos und pflegeleicht
Kaninchen brauchen Platz, und zwar eine ganze Menge. Ein handelsüblicher Käfig ist alles andere als artgerecht, denn in einem Käfig ist es unmöglich zu rennen, Haken zu schlagen oder Männchen zu machen. Haben Sie diesen Platz? Wenn sich das jetzt für Sie übertrieben anhört, denken Sie doch bitte einmal an sich selbst und vergleichen Sie den Käfig des Kaninchens mit einem Zimmer, in dem SIE ihr Leben zubringen müssten.
Abgesehen vom Platz den Kaninchen beanspruchen, braucht man auch Zeit für die Pflege. Auch wenn man nicht täglich mehrmals Gassi gehen muss, so muss dennoch das Gehege gereinigt werden, die Tiere müssen täglich gefüttert werden und man muss die Tiere genau beobachten um sicherzugehen, dass alle gesund sind. Will man außerdem dass die Tiere zutraulich werden, muss man sich intensiv mit ihnen beschäftigen und dabei anfangs sehr viel Geduld investieren.
Da Kaninchen gesellige Tiere sind, die unbedingt mit Artgenossen zusammenleben müssen, muss man sich früher oder später zwangsweise damit auseinandersetzen, zwei Tiere miteinander zu vergesellschaften. Das kostet viel Zeit und Nerven und ist mitunter alles andere als einfach oder spaßig.
Bedenken Sie auch was mit den Langohren passiert, wenn sie gerne in den Urlaub fahren. Wer kümmert sich um sie, wo können sie artgerecht untergebracht werden etc. Auch eventuelle Krankheiten und damit verbundene Tierarztbesuche kosten Zeit, und nicht nur das. Das führt uns zu Irrtum Nummer 3.

Irrtum 3: Kaninchen kosten nicht viel
Kann tatsächlich sein, wenn man Glück hat, sich seine Kaninchen vom Tierschutz holt, wo man sie in der Regel geimpft, gecheckt, kastriert und fit ausgehändigt bekommt und wenn sie dann ihr Leben lang nicht krank werden. Eine traumhafte Vorstellung. Denn dann hätte man tatsächlich nur die Anschaffungskosten, einmalige Kosten für die Unterbringung und eben die Ausgaben für Futter, Streu und die jährlichen Impfungen. Die Realität sieht leider anders aus. Denn die wenigstens Tiere entschlafen nach ca. 8 Jahren friedlich. Schön wär's, das ist aber doch eher die Ausnahme. Die meisten Kaninchen brauchen in ihrem Leben eben doch den Tierarzt und diese Kosten können die Anschaffungskosten bei Weitem übersteigen.

Fazit
Bitte überlegen Sie sich die Anschaffung von Kaninchen (und Haustieren im Allgemeinen) gut! Und zwar mit der ganzen Familie! Überprüfen Sie auch, ob eventuell Allergien vorliegen und ob alle mit der Anschaffung und der damit verbundenen Verantwortung einverstanden sind. Wir haben es hier mit Lebewesen zu tun, die Bedürfnisse haben, so wie wir Menschen auch. Wir befriedigen unsere Bedürfnisse. Wir sollten auch die Bedürfnisse anderer Lebewesen respektieren und erfüllen, wenn sie unserer Verantwortung unterliegen.

Paragraph 2 des Tierschutzgesetzes formuliert diesen Grundsatz so:

Wer ein Tier hält, betreut oder zu betreuen hat,
  1. muss das Tier seiner Art und seinen Bedürfnissen entsprechend angemessen ernähren, pflegen und verhaltensgerecht unterbringen,
  2. darf die Möglichkeit des Tieres zu artgemäßer Bewegung nicht so einschränken, dass ihm Schmerzen oder vermeidbare Leiden oder Schäden zugefügt werden,
  3. muss über die für eine angemessene Ernährung, Pflege und verhaltensgerechte Unterbringung des Tieres erforderlichen Kenntnisse und Fähigkeiten verfügen.


Weitere Informationen finden Sie hier:

Kaninchen - Der Mythos vom anspruchslosen Schmusetier

Neue Kaninchen - Informationen und Erfahrungsberichte

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Woher nehmen?

Hat man sich für die Anschaffung von Kaninchen entschieden, stellt sich als nächstes die Frage wo man denn nun die geeigenten Hausgenossen findet. - Bei uns natürlich! :-)

Kleiner Scherz... aber jetzt mal im Ernst. In fast jeder Zoohandlung, in Bau- und Gartenmärkten und anderen Einkaufszentren werden Kleintiere aller Art angeboten und es scheint nichts einfacher als sich dort der Qual der Wahl hinzugeben und sich eines oder auch zwei der vielen Kaninchen, die sich dort tummeln, auszusuchen. Das können Sie natürlich tun und selbstverständlich hat jedes dieser Kaninchen genauso ein gutes Leben verdient wie unsere Vermittlungstiere.
Warum raten wir also dennoch davon ab? Weil es ein Kreislauf ist. Für jedes Kaninchen das verkauft wird, werden zwei neue nachkommen. Und weil diese "Mitnahmemärkte" Spontankäufe fördern. Man geht durch den Laden, sieht ein niedliches Tierchen, verliebt sich und nimmt es mit. Schnell noch ein Käfig und ein bisschen Futter und fertig. Ohne dass man sich im Geringsten über die Bedürfnisse seines neuen Mitbewohners informiert hat oder nachgedacht hat, ob ein Haustier auch wirklich in die Lebensplanung passt. Und genau diese "Spontankäufe" landen dann wenige Monate später in den Tierheimen und Notstationen.
Ein weiteres häufiges Problem dieser Märkte ist die Beratung und der Gesundheitszustand der Tiere.
Hier eine Seite mit Informationen, inklusive Video, das die Zustände in vielen Zoohandlungen zeigt:

Zoohandlungen - Jeder Kunde macht sich mitschuldig

Nicht nur zum Schutz der Tiere sondern auch aus Eigeninteresse sollten Sie dort keine Tiere kaufen. Gerade Jungtiere, wie sie besonders gern verkauft werden, haben oft Kokzidien und andere Krankheiten, die schnell tödlich enden können. Denn diese Babys sind sehr oft gerade mal 4 Wochen alt, das ist ein Alter in dem sie eigentlich noch bei ihrer Mutter sein sollten. Sie trinken normalerweise noch Milch, werden von ihrer Mutter gerade erst an feste Nahrung gewöhnt und lernen wichtige Verhaltensweisen von ihr. Ihr Immunsystem steckt noch mitten in der Entwicklung, was bedeutet, dass sie für Krankheiten noch sehr leicht anfällig sind. Auch erbliche Krankheiten, wie Zahnfehlstellungen, sind in diesem jungen Alter noch nicht bekannt und so kauft man quasi "die Katze im Sack" ohne zu wissen auf was man sich einlässt.

Eine Alternative wäre der Gang zum Züchter. Leider herrscht hier das selbe Problem: Für jedes verkaufte Tier kommt ein neues nach und die Beratung ist oft mehr verkaufsorientiert als darauf ausgelegt, dem zukünftigen Halter und den Tieren zu einem glücklichen Miteinander zu verhelfen.


Tiere aus dem Tierschutz haben mehrere große Vorteile:
  • Die Rammler (und teilweise auch die Weibchen) sind bereits kastriert.
  • Die Tiere sind geimpft und tierärztlich untersucht.
  • Bleibende Krankheiten, wie Zahnfehlstellungen sind bekannt.
  • Die Pflegestellen können "ihre" Tiere meist charakterlich einschätzen und somit beurteilen, welches Tier für welchen Platz geeignet scheint.
  • Es gibt bereits vergesellschaftete Pärchen oder Gruppen.
  • Sie bekommen Hilfe bei der Zusammenführung und auch Beratung bei eventuellen späteren Problemen.
  • Außerdem tun Sie ein gutes Werk! Sie geben einem Tier, das schon erleben musste, dass es wie ein abgetragenes Kleidungsstück weggeworfen wurde, ein neues Zuhause und zeigen ihm, dass es auch Menschen gibt, die es gut mit Tieren meinen. Und für dieses Tier wird kein neues "nachproduziert"! Es macht lediglich Platz, so dass wir einem anderen armen Seelchen helfen können auf seinem Weg in ein neues Leben.
Ein häufiges Argument für Käufe in der Zoohandlung oder beim Züchter ist, dass man Jungtiere sucht und das gäbe es ja im Tierheim nicht.

Zwei Dinge dazu: Erstens gibt es im Tierheim oder in Notstationen häufig Jungtiere weil viel zu oft trächtige Weibchen oder "Unfallwürfe" abgegeben werden. Und zweitens hat ein bereits ausgewachsenes Tier durchaus seine Vorteile und ist nicht weniger liebenswert als ein Jungtier. Die Phase in der die Kleinen auch wirklich klein sind, ist ohnehin sehr kurz. Mit 4 - 5 Monaten sind Kaninchen bereits fast ausgewachsen und die "niedliche" Babyzeit ist vorbei. Dann kommt die "Rabauken-Phase" in der alles ausprobiert werden muss. Das ist nicht immer unbedingt niedlich sondern in erster Linie sehr anstrengend. Auch muss man Kaninchen nicht "prägen" oder ähnliches. Ob sie zutraulich werden oder sind, hängt sehr viel mehr vom Charakter ab als von ihren Erfahrungen als Jungtiere. Auch ältere Tiere können sich sehr schnell in die Herzen ihrer Halter schleichen und Vertrauen zu ihnen aufbauen. Dazu müssen es keine 4 Wochen alten Babys aus der Zoohandlung sein, die eigentlich noch bei ihrer Mutten sein müssten.

Schauen Sie doch als erstes einmal in unsere Vermittlung, vielleicht ist da ja schon das oder die Traumkaninchen dabei?!

Mehr zu diesem Thema finden Sie hier:

Keine Scheu vor alten Tieren

Woher Sie ein Kaninchen bekommen können

Warum ein erwachsenes Kaninchen die bessere Wahl sein kann

Was beim Kaninchenkauf zu beachten ist






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Nie allein



Die Kaninchen Fluse, Nuka, Socke, Lilo und Mokka bilden eine feste Gruppe.

Die einfachste Art den Bedürfnissen eines Haustieres auf die Spur zu kommen, ist der Blick auf ihre wilden Verwandten oder Vorfahren in der freien Natur. In diesem Fall die Wildkaninchen. Wildkaninchen leben in Kolonien mit vielen Artgenossen zusammen, innerhalb einer Kolonie bilden sich meist kleinere Gruppen oder Paare, die sich dann auch einen Bau teilen. Was auf die Wildkaninchen zutrifft, trifft auch auf unsere Hauskaninchen zu. Auch sie sind Rudeltiere und brauchen mindestens einen Artgenossen. Ein Mensch kann einen Artgenossen niemals ersetzen, genauso wenig wie ein Meerschweinchen oder eine andere Tierart. Nur ein Artgenosse legt das gleiche Verhalten an den Tag und versteht die Körpersprache des Kaninchens. Möchten Sie Ihr ganzes Leben allein verbringen? Nie wieder einen anderen Menschen sehen? Wohl kaum. Und mal ehrlich, wenn ein Kaninchen doch schon so liebenswert ist, was glauben Sie wie liebenswert dann zwei sind?

Immer wieder treffen wir auf Halter, die ihr Kaninchen einzeln halten. Ein häufiges Argument für diese Haltungsform ist:

"Mein Kaninchen ist doch glücklich und ich beschäftige mich ja auch viel mit ihm."
Wer sich einmal ernsthaft darüber Gedanken macht, der wird einsehen, dass das kein Ersatz für einen Artgenossen ist. Der Tag hat 24 Stunden. Wie viele Stunden davon beschäftigt man sich denn ernsthaft mit dem Tier? Eine? Zwei? Wirklich? Jeden Tag? Und selbst wenn, was ist mit den restlichen 22 Stunden? Ein Partnertier ist rund um die Uhr für Ihr Kaninchen da. Und nicht nur das, es kann auch etwas, was Sie nie können werden: Es versteht die Sprache, die Ihr Kaninchen spricht und es kann seine Bedürfnisse erfüllen. Es schleckt ihm die Ohren sauber, es teilt das Futter mit ihm, es rennt mit ihm und schlägt Haken oder liegt einfach nur neben ihm und wärmt ihm den Pelz.

Wir sind uns sicher, dass viele der Menschen, die ihr Kaninchen allein für glücklich halten, diese Meinung ganz schnell ändern würden, könnten sie ihr Kaninchen einmal mit einem Partner erleben!


Nur ein Artgenosse ist ein vollwertiger Partner.


Weitere Argumente für Einzelhaltung, die wir häufig hören sind:

"Ich habe nicht genug Platz für zwei Kaninchen."
Wenn diese Aussage wirklich stimmt, dann haben Sie auch nicht genug Platz für ein Kaninchen. Denn mal ehrlich, wo ein Kaninchen artgerecht leben kann, da können es auch zwei. Und wenn das eine Kaninchen nicht artgerecht lebt, dann sollte man sich eingestehen, dass es vielleicht besser wäre, das Tier zu vermitteln um ihm ein Leben mit Platz und Partner zu ermöglichen. Aber so schnell sollte man die Flinte nicht ins Korn werfen, getreu dem Grundsatz: Platz ist in der kleinsten Hütte. Es gibt immer eine Möglichkeit eine kleine Ecke in der Wohnung, auf dem Balkon oder im Garten für die Tiere einzurichten. Wichtiger ist hier die Einstellung. Wer seinen Kaninchen wirklich ein artgerechtes Leben bieten will, der findet auch eine Möglichkeit. Alles andere sind nur faule Ausreden.
Wenn sie mit uns Kontakt aufnehmen, beraten wir Sie gerne und suchen gemeinsam mit Ihnen nach einer Lösung für die Unterbringung Ihrer Langohren.


Nur mit Artgenossen können Kaninchen all ihre natürlichen Verhaltensweisen ausleben.


"Mein Kaninchen versteht sich nicht mit anderen Kaninchen."
Auch dieses Argument hören wir häufig. Und es ist eines der Argumente, die man wirklich getrost vergessen kann. Denn hier liegen fast immer Haltungsfehler zu Grunde, wie zum Beispiel eine versuchte Zusammenführung von zwei Weibchen auf sehr kleinem Raum oder schlimmer noch von zwei unkastrierten Rammlern oder die Halter interprätierten das notwendige Festlegen einer Rangordnung als schwere Kämpfe und trennten die Tiere zu früh.
Gerne helfen wir bei der Zusammenführung und der Partnerwahl, denn auch dass das neue Tier zum bereits vorhandenen passt, ist wichtig. Nehmen sie Kontakt mit uns auf und wir finden gemeinsam den perfekten Partner, damit auch Ihr Kaninchen glücklich werden kann.


Für jeden Topf gibt es das passende Deckelchen und mit Artgenossen macht alles gleich doppelt so viel Spaß.


"Mein Kaninchen ist schon zu alt um sich noch an einen neuen Partner zu gewöhnen."
Das stimmt schlichtweg nicht. Dazu ist ein Kaninchen niemals zu alt. Gerade wenn Ihr Kaninchen schon alt ist, sollte es doch auf seine alten Tage einen Artgenossen zur Seite haben, der ihm das Leben versüßt. Wenn Ihr Kaninchen noch nie einen Artgenossen hatte, dann ermöglichen Sie ihm diese Erfahrung, solange sie noch können! Soll Ihr Kaninchen wirklich sterben ohne je erfahren zu haben, wie es ist einen Partner zu haben? Möchten sie eines Tages einsam und allein sterben? Bestimmt nicht.
Vielleicht hatten Sie aber auch bis vor kurzem zwei Kaninchen und eines ist nun verstorben und es "lohnt" sich ja nun für das alte Kerlchen nicht mehr ein weiteres Kaninchen anzuschaffen. Auch das darf keine Einstellung sein. Das arme Tier versteht doch die Welt nicht mehr. Da stirbt der langjährige Kumpel und es sitzt plötzlich alleine da. Haben Sie sich allerdings überlegt, nach diesem Tier die Kaninchenhaltung aufzugeben, sollten Sie Ihrem Kaninchen die Chance auf ein glückliches Leben zu zweit dennoch nicht nehmen und es an einen guten Platz weitervermitteln. Dies ist oftmals ein schwerer Schritt, aber es ist zum Besten für ihr Tier und es zeugt von großer Tierliebe die Bedürfnisse des Tieres über die eigenen zu stellen. Manchmal heißt lieben eben auch loslassen.
In vielen Pflegestellen und Tierheimen gibt es ältere Tiere, die pfötchenringend nach einem Zuhause suchen. Bitte nehmen Sie mit uns Kontakt auf, wir helfen Ihnen auf der Suche nach einem passenden Partner. Gerne helfen wir auch bei der Vermittlung.


Luzie und Hanni genießen die Zweisamkeit.



Eine wunderschöne Seite, deren Bilder mehr sagen als tausend Worte:




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Wer mit wem?



Das ist eine Frage, die man leider nicht pauschal beantworten kann. Prinzipiell kann jede Konstellation funktionieren - aber auch scheitern. Hier eine Liste der möglichen Kombinationen, immer davon ausgehend, dass zumindest die Rammler selbstverständlich kastriert sind!

Weibchen & Männchen
Dies ist zweifelsohne die unkomplizierteste Kombination und klappt fast immer. Es mag Ausnahmen geben, wenn sich zwei Tiere mal überhaupt nicht riechen können, aber die Wahrscheinlichkeit, dass genau dieser Fall eintritt ist wirklich minimal. Ein Pärchen ist also die beste Wahl, die sie treffen können. Man kann davon ausgehen, dass es sich dauerhaft gut versteht und eine Zusammenführung relativ schnell und unkompliziert abläuft.
Wenn Sie noch kein Kaninchen Zuhause haben, entscheiden Sie sich am besten für ein Pärchen aus dem Tierschutz, das sich bereits kennt. So müssen Sie nicht erst eine Zusammenführung meistern, sondern können von Anfang an ein harmonisches Pärchen genießen.
Wenn Sie ein Einzelkaninchen haben, suchen Sie am besten ein ungefähr gleichaltriges gegengeschlechtliches Tier. Auch hier werden Sie in Tierheimen oder bei Tierschutzvereinen fündig.


Ernie und Berti - ein glückliches Pärchen.


Wenn Sie mit uns Kontakt aufnehmen, helfen wir Ihnen gerne bei der Suche nach dem/den perfekten Kaninchen für Sie. Eventuell werden sie ja auch in unserer Vermittlung schon fündig.

Weibchen & Weibchen
Zu dieser Konstellation wird leider immer noch sehr häufig in Zoogeschäften oder von Züchtern geraten. Leider klappen reine "Weiber-WGs" in der Praxis nur sehr selten und wenn dann nur unter optimalen Voraussetzungen. Das heißt, sie brauchen sehr viel Platz um sich aus dem Weg gehen zu können. Sehr viel mehr Platz noch, als ein gegengeschlechtliches Pärchen benötigt. Optimalerweise sind die Weibchen kastriert, wobei eine Kastration keine Garantie für ein reibungsloses Zusammenleben ist.
Ein Argument für diese Kombination ist häufig, dass man sich die Kastration des Männchens "sparen" könne. Das mag zwar sein, aber wenn man dafür dann völlig überfordert und unglücklich mit seinen Tieren ist, die sich einfach nicht verstehen wollen, hat man unterm Strich doch nichts gewonnen. Ganz abgesehen davon, dass es alles andere als zum Wohle der Tiere ist!
Und wer sich für ein "Second-Hand-Kaninchen" aus dem Tierschutz entscheidet, der findet dort auch Rammler, die die Kastration schon hinter sich haben.

Rammler & Rammler
Diese Kombination hat überhaupt nur dann eine Chance wenn beide Rammler kastriert sind! Zwei unkastrierte Rammler bekämpfen sich unter Umständen bis zum Tod!
Sind beide kastriert (unter Umständen sogar frühkastriert), ist es durchaus möglich, dass sie sich verstehen. Empfehlen können wir diese Kombination dennoch nicht, denn es kommt nicht selten vor, dass sich zwei Kastraten, die womöglich lange Jahre friedlich zusammengelebt haben, plötzlich verkrachen und nicht mehr dazu zu bewegen sind, sich zu verstehen. Und dann ist der Jammer groß: Einen abgeben? Oder jedem ein Weibchen dazu holen? Ist genug Platz vorhanden?
Wenn sie also die Wahl haben, entscheiden Sie sich von Anfang für ein Männchen und ein Weibchen und gehen kein Risiko ein.

Gruppenhaltung
Grundsätzlich sind wir der Meinung, dass Gruppenhaltung nur etwas für erfahrene Halter ist. Sollten Sie noch Kaninchen-Neuling sein, dann fangen Sie mit einem Pärchen an. Man übernimmt sich am Anfang oft, weil es vielleicht alles so einfach und unkompliziert läuft, doch wenn dann die ersten Probleme auftreten ist schnell alles zuviel. Außerdem sollte der Halter "starke Nerven" haben und seine Tiere wirklich genau kennen.
Überlegen Sie es sich also gut, bevor sie zu Ihrem Pärchen ein oder mehrere weitere Tiere aufnehmen! Bedenken Sie in jedem Fall die möglichen Konsequenzen:
  • Die Tiere könnten sich nicht verstehen. Was dann? Ist genügend Platz, Zeit und Geld vorhanden, um eine weitere Gruppe separat zu halten?
  • Ihr bisher gut funktionierendes Pärchen könnte unwiderruflich auseinanderbrechen. Es gibt leider Fälle in denen das vorkommt.
  • Möglicherweise versteht sich eines Ihrer bisherigen Tiere super mit dem Neuankömmling, das bisherige Partnertier ist völlig außen vor. Was dann?
  • Weitere Tiere brauchen mehr Zeit, Geld und Platz. Man sollte das nicht unterschätzen. Ist alles zu Genüge vorhanden? Unterschätzen Sie bitte keinesfalls den Zeit- und Kostenfaktor!
  • Was ist mit der Urlaubsbetreuung? Ist auch genug Platz für mehr als zwei Tiere?
Bitte überlegen Sie sich all das sehr gut bevor Sie sich ein weiteres Tier anschaffen!

Häufig wird die Frage gestellt, welches Geschlecht man denn nun zu seinem vorhandenen Pärchen setzen solle. Ganz ehrlich? Diese Frage kann niemand beantworten. Es gibt Gruppen, die harmonieren wunderbar und es gibt Gruppen, die genau dieselbe Zusammensetzung haben und überhaupt nicht funktionieren. Beim einen Halter harmoniert eine Gruppe, die aus 3 Rammlern und einem Weibchen besteht, beim nächsten eine die aus 1 Rammler und 4 Weibchen besteht und beim nächsten klappt nichts von alledem. Es kommt einfach auf die Tiere an, auf das Platzangebot, auf den Halter. Oft lebt eine Gruppe monatelang oder auch jahrelang harmonisch zusammen und dann von einem Tag auf den anderen ist es vorbei mit dem Frieden. Ohne ersichtlichen Grund.

Überlegen Sie sich also gut, ob Sie sich dem gewachsen fühlen und ob Sie wirklich gewillt sind, dem "Hobby Kaninchen" viel Zeit zu widmen, denn das ist was eine Gruppe braucht. Viel Zeit. Wenn Sie das mitbringen, dazu sehr viel Platz und starke Nerven und für alle Eventualitäten eine Lösung parat haben und dann auch noch die Tiere mitspielen, dann kann eine Gruppe eine wunderschöne Erfahrung sein.





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Kastration



Kastration beim männlichen Kaninchen

Kastration beim weiblichen Kaninchen

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Kastration beim männlichen Kaninchen



Warum kastrieren?
Für einen unkastrierten Rammler gibt es nur zwei mögliche Haltungsformen. Entweder man hält ihn einzeln oder mit einem Weibchen, was dazu führt, dass ständig Nachwuchs produziert wird.
Im Sinne des Tierschutzes ist letzteres einfach nicht wünschenswert. Tierheime und Notstationen wie unsere platzen weltweit aus allen Nähten. Es gibt wirklich jede Menge Kaninchen, die pfötchenringend ein Zuhause suchen. Es ist absolut unnötig weitere zu produzieren.
Wen dieses Argument nicht überzeugen kann, den überzeugen vielleicht die Gefahren, denen die Häsin ausgesetzt wird. Eine Geburt ist bei Weitem nicht so unkompliziert und harmlos wie es von manchem "Hobbyzüchter" gern dargestellt wird und nicht selten kommt die Häsin dabei zu Tode. Auch die Jungenaufzucht klappt nicht immer so reibungslos wie in der Natur vorgesehen. Oft hat die Häsin nicht genügend Milch, kümmert sich nicht um die Jungen o.ä.. Von den Vorkenntnissen über Genetik, die Herkunft der Elterntiere etc. ganz zu schweigen.
Es ist also alles andere als empfehlenswert seinen unkastrierten Rammler so zu halten. Abgesehen davon, dass das Weibchen alle 4 Wochen (!) Junge bekäme, was für Tier und Halter eine Zumutung wäre!

Bleibt den Rammler einzeln zu halten. Warum Kaninchen niemals allein gehalten werden dürfen, kann man hier nachlesen. Ein unkastrierter Rammler wird sein Leben lang alleine bleiben müssen denn zwei unkastrierte Rammler werden bei Eintritt der Geschlechtsreife beginnen Rangordnungskämpfe zu führen, die nicht selten tödlich enden oder aber zu schweren Verletzungen führen!

Bitte handeln Sie also im Sinne Ihrer Kaninchen und des Tierschutzes und lassen Sie Ihren Rammler kastrieren!

Vor der OP
Suchen Sie sich einen kaninchenerfahrenen Tierarzt und besprechen Sie die Kastration mit ihm. Stellen Sie dabei ruhig alle Fragen, die Ihnen wichtig erscheinen. Legen Sie dann ein Datum für die Kastration fest, an dem Sie selbst keinen Stress haben und ein wenig Zeit für den kleinen Patienten haben. Sie werden zwar sehen, dass es nicht notwendig ist, aber auch hier gilt: Vorsicht ist besser als Nachsicht.
Am Tag der OP nüchtern Sie das Kaninchen bitte keinesfalls aus. Kaninchen können nicht erbrechen (wie Hund und Katze) und dürfen/müssen daher mit gefülltem Magen in die OP gehen.
Bringen Sie das Tier in einer Transportbox, die mit einem Handtuch ausgelegt ist zum Tierarzt. Legen Sie auch etwas Heu und etwas vom gewohnten Frischfutter in die Box (kein leicht verderbliches Frischfutter, besser etwas "Haltbares" wie z.B. ein Stück Möhre).

Selbstverständlich darf nur ein gesundes Kaninchen kastriert werden! Zeigt Ihr Kaninchen also kurz vor dem Termin Anzeichen für eine Krankheit, verschieben Sie den Termin besser und klären Sie das mit dem Tierarzt.

Die OP
Die OP selbst ist ein kleiner Eingriff, der unter einer leichten Narkose durchgeführt wird. Häufig wird bei Kaninchen zur Inhalationsnarkose geraten weil diese schonender sei. Lassen Sie sich davon aber nicht beirren. Wichtig ist, dass der Tierarzt mit seiner Methode sicher umzugehen weiß. Beherrscht ein Tierarzt die Injektionsnarkose, kann dies unter Umständen die bessere Wahl sein. Überlassen Sie diese Entscheidung also dem Tierarzt.
Grundsätzlich muss man sagen, dass jede Narkose ein gewisses Risiko darstellt. Bei Mensch und Tier. Ist das Tier jedoch gesund und der Tierarzt kleintiererfahren, ist dieses Risiko wirklich minimal und steht in keinerlei Verhältnis zu einem Leben in Einzelhaft.

Nach der OP
Meist kann man das Kaninchen wenige Stunden nach der OP wieder abholen. Lassen Sie sich jedoch nur wirklich wache Kaninchen mitgeben, denn die "Aufwachphase" ist meist kritisch und sollte vom Tierarzt überwacht werden. Zuhause sollte man das Kaninchen einige Tage auf Handtüchern, Teppichen o.ä. halten, die regelmäßig gewechselt werden damit es durch Einstreu etc. nicht zu Infektionen kommt.

Kontrollieren Sie täglich die Wunde und gehen Sie umgehend zum Tierarzt, wenn es zu Schwellungen bzw. Entzündungen kommt. Die Wunde sollte stets trocken sein, tritt Flüssigkeit aus, ist dies ein Zeichen für eine Entzündung.

Nach der Kastration ist ein geschlechtsreifer Rammler (ca. ab der 12. Lebenswoche) noch 6 Wochen zeugungsfähig. Das bedeutet er muss für diese Zeit noch strikt getrennt vom Weibchen untergebracht werden um Nachwuchs in letzter Minute zu vermeiden. Auch dauert es einige Wochen bis sich die Hormone abgebaut haben. Eine eventuelle Vergesellschaftung zu einem weiteren Rammler ist also auch erst nach ca. 4 Wochen zu empfehlen.

Frühkastration
Für Jungtiere empfiehlt sich eine Frühkastration zwischen der 10. und 12. Lebenswoche (Großrassen bis zur 16. Lebenswoche). Das bietet den Vorteil, dass keine Kastrationsquarantäne eingehalten werden muss, da die Tiere nie zeugungsfähig waren. Gerüchte, dass frühkastrierte Rammler ruhige wären bzw. sich nicht richtig entwickeln würden, können wir nicht bestätigen.







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Zusammenführung

Für Anfänger empfiehlt es sich, ein bereits bestehendes Pärchen aus dem Tierheim oder einer Tierschutzorganisation zu holen. Hat man jedoch bereits ein Kaninchen Zuhause, ist eine Zusammenführung unumgänglich.
Zusammenführungen von Pärchen sind in der Regel kein großes Problem und meist innerhalb weniger Tage erfolgreich abgeschlossen. Es müssen nur einige wenige Grundregeln beachtet werden.
Ihr Kaninchen lebt ja bereits seit einiger Zeit bei Ihnen, das heißt, es hat hier sein Revier. Setzt man nun ein fremdes Kaninchen in dieses Revier wird es selbstverständlich "angegriffen und verjagt". Denn nur Angehörige der eigenen Sippe dürfen in diesem Revier leben. Und bis das fremde Kaninchen ein Mitglied dieser Sippe wird, das dauert seine Zeit.

Um es den Kaninchen also möglichst einfach zu machen, sich kennenzulernen und Freunde zu werden, ist es wichtig, dass die erste Begegnung nicht im Revier eines der beiden Kaninchen stattfindet. Sie sollten also auf jeden Fall "neutralen Boden" wählen. Das kann der Flur, das Badezimmer, die Küche oder sonst ein Raum sein, in dem sich die Kaninchen sonst nicht aufhalten. Bei Kaninchen in Außenhaltung bietet sich beispielsweise die Garage an.

Wichtig ist zu wissen, dass kleine Verfolgungsjagden, ausgezupftes Fell und Rammeln zu einer Zusammenführung dazu gehören. Das ist meist für uns Halter schlimmer mitanzusehen als es für die Tiere ist. Es ist ihr natürliches Verhalten. Meist gibt es ein unterlegenes Tier, das ständig auf der Flucht ist. Man neigt dazu, mit diesem Tier Mitleid zu haben. Trennen Sie die Kaninchen dennoch nicht! Sie tun ihnen keinen Gefallen damit, denn das bedeutet, dass sie es irgendwann erneut versuchen müssen und aller durchgestandene Stress bisher umsonst war. Trennen Sie wirklich nur, wenn die Tiere sich ineinander verbeißen und sich nicht mehr loslassen oder durch Kämpfe schlimme Wunden entstehen.


Bei einer Zusammenführung kann es auch mal wild zugehen.


Schritt-für-Schritt Anleitung:

  1. Bereiten Sie ein neutrales Gehege vor. Das bedeutet, keines der "teilnehmenden Kaninchen" sollte dieses Gehege bereits kennen. Das Gehege sollte nicht zu klein sein, damit sich die Kaninchen auch aus dem Weg gehen können bzw. das bei Jagereien keiner leicht in die Ecke gedrängt werden kann. Verkleinert werden kann das Gehege späer immer noch, wenn sich herausstellt, dass sich die Kaninchen zu sehr aus dem Weg gehen. Im Gehege sollten ein paar Häuschen mit mehreren Ein- und Ausgängen sowie mehrere Futter- und Wasserstellen und Toiletten vorhanden sein. Als Häuschen eignen sich große Pappkartons in die man Löcher schneidet. Pappkartons sind sehr weich und haben keine spitzen Ecken, an denen sich flüchtende Tiere verletzen könnten. Beachten Sie bei der Wahl des Standortes des Zusammenführungsgeheges, dass eine Zusammenführung unter Umständen einige Tage oder Wochen dauern kann und Sie solange mit diesem Gehege leben müssen.
    Legen Sie sich für alle Fälle Handschuhe bereit um in einander verbissene Kaninchen gefahrlos trennen zu können. Wenn sie sehr nervös sind, holen Sie sich am Besten Unterstützung. Gerne dürfen Sie mit uns Kontakt aufnehmen und wir versuchen Ihnen zu helfen.


  2. Setzen Sie die Kaninchen gleichzeitig in das Gehege. Sollten Sie ein sehr schüchternes oder verängstigtes Kaninchen haben, können Sie diesem ein paar Minuten Vorsprung geben.


  3. Setzen Sie sich neben das Gehege und beobachten Sie die Tiere. Greifen Sie nur ein, wenn sich Tiere ineinander verbeißen und nicht mehr loslassen. Jagereien bei denen auch Fell fliegt, gegenseitiges Rammeln und wilde Fluchten sind absolut normal und gehören zur Klärung der Rangordnung dazu. Auch kleinere Schrammen sind absolut im Rahmen. Greifen Sie wirklich nur ein, wenn die Tiere massiv aufeinander losgehen oder gravierende Wunden entstehen.


  4. Wenn die Tiere mehrere Stunden friedlich geblieben sind, es keine dramatischen Ereignisse gab und es langsam ruhiger wird, können Sie die Tiere das erste Mal alleine lassen. Anfangs sollten Sie noch regelmäßig nach den Tieren sehen, die Zeitspannen in denen Sie die Tiere allein lassen können, dürfen aber immer länger werden. Natürlich immer vorausgesetzt, es bleibt friedlich.


  5. Nun sind beim Halter vor allem Nerven und Geduld gefragt. Liebe auf den ersten Blick ist bei Kaninchen wirklich selten. Die meisten Tiere müssen sich erst aneinander gewöhnen, sich kennenlernen und eine Rangordnung festlegen. Sie sollten nicht frustriert sein, wenn die Tiere sich nicht gleich am ersten Tag einigen und kuschelnd nebeneinander liegen. Bei Pärchen regelt es sich meist innerhalb weniger Tage. Bei größeren Gruppen dauert es normalerweise länger.


  6. Ein Umzug ins alte Revier ist erst dann ratsam, wenn sich die Tiere wirklich gut verstehen, d.h. wenn sie kuscheln, friedlich miteinander fressen, sich gegenseitig putzen. Erst dann sollten Sie sie ins gereinigte und umgestellte Gehege umsiedeln. Es ist völlig normal, wenn es nun noch einmal zu Reibereien kommt. Diese sind aber meistens schnell vorbei und Sie haben die Zusammenführung Ihrer Kaninchen erfolgreich gemeistert.


Erfahrungsberichte

Pünktchen und Anton - oder manche brauchen eben länger (Bericht von Conny)

Zusammenführung mehrerer Gruppen und Pärchen (Bericht von Conny)


Pünktchen und Anton - oder manche brauchen eben länger
Die Zusammenführung von Pünktchen und Anton hat am 23.12.2005 begonnen und wurde Anfang April 2006 erfolgreich abgeschlossen.
Anton war gerade 2 Tage bei uns, seine Partnerin war an e.c. gestorben und wir wollten ihm so schnell wie möglich wieder eine süße Maus zum schmusen, putzen und gl¨cklich sein geben. So haben wir Pünktchen (Wildi-Mix) aus einer supertollen Pflegestelle geholt. Wir haben sie samt Box in den Freilauf gesetzt und Anton kam gleich neugierig angerannt ... schnüffelte kurz und hat Pünktchen sofort abgeschleckt ... ich war sooo glücklich, ein echtes Weihnachtsgeschenk ... das leider aber nur 5 Minuten gehalten hat ... dann kam Fräulein Pünktchen aus der Box und war die nächsten 3,5 Monate auf der Flucht. Vor Anton, vor mir, vor einfach allem, was sich genähert hat. Zu Anfang hat Anton das völlig akzeptiert, hat sich ihr nur langsam genähert, aber irgendwann wurde es ihm wohl zu bunt und er hat angefangen sie zu jagen. Er hat sie zwar selten erwischt, aber Fell ist doch ab und an mal geflogen ... ich war manchmal echt den Tränen nahe, denn sie hat gequietscht vor Angst.

Zuerst hab ich mich an Erfahrungsberichte und viele aufbauende Worte geklammert, aber schon hin- und her¨berlegend, wen ich zur Not abgeben müsste oder wie die Situation zu retten wäre. Schließlich hat mich einzig die Tatsache weitermachen lassen, dass die beiden im Mai oder Juni mit den anderen 4 zusammengeführt werden sollten und bei einer 6-er-Gruppe die Karten eh neu gemischt werden würden. So ging es Tag für Tag, Woche für Woche, wir haben die Transportboxmethode versucht, sind mit den beiden Auto gefahren, haben Pünktchen wochenlang Bachbl¨ten gegeben, es wurde nicht besser, teilweise eher schlimmer.

Und letzte Woche dann stand mein Freund morgens in der Tür mit riesengroßen Augen, er war draussen um die beiden zu füttern, und erzählte, dass er sie gerade einträchtig zusammen sitzend angetroffen hätte ... ich hab es echt nicht geglaubt ... vor allem hab ich es auch die nächsten Tage nicht selbst so angetroffen, sie war zwar weniger scheu, aber nie richtig in seiner Nähe ... und vor drei Tagen komm ich dann in den Stall, sie hatten mich nicht gehört, da liegt Pünktchen entspannt auf dem Boden und er schlabbert sie ab ... mir standen echt die Tränen in den Augen!
Das junge Gl¨ck ist zwar noch zerbrechlich, vor allem wenn's Futter gibt ist Anton ziemlich neidisch und jagt die Kleine, aber beim Mittagsschläfen und Nachts herrscht jetzt traute Eintracht.

Also Ihr Lieben, gebt nicht auf, es ist eine endlos lange Zeit, aber es hat sich gelohnt und auch wenn ich oft verzweifelt war, ich bin soooo froh, dass ich nicht abgebrochen habe. KOPF HOCH - manche brauchen eben länger!


Zusammenführung mehrerer Gruppen (Bericht von Conny)
Zusammenführungen sind ein spannendes Thema, aber wenn man die wichtigsten Grundregeln beachtet ist es selten ein großes Problem, jedenfalls bei Pärchen. Ich habe bisher ca. 30 Pärchen (m/w) zusammen geführt, mehrere Gruppen, darunter meine eigene 4-er-Gruppe und eine 6-er-Truppe, die leider nach ein paar Tagen doch in 5 Tiere reduziert werden musste und dann zwei Monate später endgültig zerbrochen ist. Was ich persönlich aufgrund meiner eigenen Erfahrungen und dem Austausch mit anderen als wichtig erachte:
  • neutraler Boden
  • absolute Gelassenheit bei demjenigen, der die Gruppe zusammenführt
  • viel Platz, aber nicht zu viel, damit sich eventuelle Feiglinge nicht aus der Affäre ziehen können und damit das Ganze nur unnötig in die Länge ziehen
  • Geduld, Geduld, Geduld

Ein sehr diskussionswürdiger Punkt ist für mich, dass immer wieder gesagt wird, man solle auf den Charakter seiner Tiere achten.
Schön, aber wer kennt den Charakter seiner Tiere denn WIRKLICH??? Denn es ist nicht der Charakter des Einzeltieres gemeint, das vielleicht lieb und sanft mit seinem Besitzer umgeht, sich knuddeln und vielleicht sogar auf den Schoß nehmen lässt, aber bisher als Einzeltier gehalten wurde. Niemand kann vorhersagen, wie sich dieses Tier in einer Gruppe verhält. Ich bin der Meinung, dass sich der Charakter nur in der Gruppe wirklich zeigt, nicht mal in Paarhaltung kann man diesen komplett richtig erkennen. Als Beispiel: Ich habe Pünktchen und Anton Weihnachten 2005 zusammengeführt und es war eine Katastrophe. Pünktchen (Wild-Mix) war überängstlich und monatelang nur auf der Flucht vor Anton, der aber keineswegs aggressiv auf sie zugegangen ist. Es gab die ganze Zeit über keinerlei Verletzungen, kaum Fellflug, aber über 3,5 Monate saßen diese Tiere getrennt in ihren Ecken. Um sie einander näher zu bringen habe ich sie in die Transportbox gepackt und bin Spazieren gefahren, nach zwei Stunden zurück ins Gehege. Keinerlei Besserung. Und irgendwann ist der Knoten dann geplatzt und sie hat ihn immer näher an sich heran gelassen, bis sie nach knapp vier Monaten endlich angefangen haben sich zu putzen, zu kuscheln etc.. Mir gegenüber ist sie aber nach wie vor absolut scheu begegnet, es war schon ein riesen Erfolg wenn sie mal ein Leckerlie aus meiner Hand genommen hat, was aber nie unter 10 Minuten Geduld möglich war.
Im Juni wurden die beiden dann mit den anderen 2 Paaren vergesellschaftet, ich habe mir viele Gedanken um Pünktchen gemacht. Findet sie überhaupt in die Gruppe? Wie lang wird es diesmal dauern? Das arme Tier, was hab ich für Alternativen? usw. usw. Schlaflose Nächte ;-) Ich war mir sicher, dass mein Löffel der Boss der Truppe wird und zumindest in dieser Hinsicht habe ich mich nicht geirrt, es war sofort klar, aber nun kommt die große Überraschung, gerade mein armes, ängstliches Pünktchen hat sich gleich zu Beginn der Zusammenführung einen riesen Fight mit Löffel geliefert, da haben glaub ich alle Umstehenden (zu denen ich nicht gehört habe, weil mir der Punkt "Gelassenheit" leider abhanden gekommen ist und ich in der Küche ein Frühstückchen vorbereitet habe, damit ich das Drama nicht mit ansehen muss ;-)) die Augen fest zugemacht. Und nach dem Kampf war auch klar wer die Nummer 2 in der Truppe sein wird und klarer Herrscher über alle weiteren Tiere. Nämlich Pünktchen. Daran hat sich seither nichts geändert, sie ist ein Herz und eine Seele mit Löffel geworden und dirigiert die anderen nach Lust und Laune, manchmal mit Zärtlichkeiten und manchmal auch mit heftigen Jagereien, die aber natürlich auch dazu gehören. Und erst seit sie in dieser Gruppe ist blüht sie richtig auf, jagt hakenschlagend durch's Gehege, macht Luftsprünge vor Freude und wälzt sich fröhlich am Boden. Und auch mir gegenüber ist sie viel zutraulicher geworden.






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Nachwuchs

Unsere Homepage befindet sich noch im Aufbau. Hier finden Sie demnächst mehr Informationen.

Interessante Links zum Thema:

Warum wir keine Kaninchen züchten sollten

Mögliche Komplikationen während Trächtigkeit und Geburt




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Unterbringung

Die meisten Menschen stellen sich unter der optimalen Kaninchenbehausung leider immer noch Käfige vor, wie man sie in Baumärkten oder Zoohandlungen bekommt. Je nach Bedarf ein Gitterkäfig für die Haltung in der Wohnung oder ein Holzkäfig auf vier Beinen für die Außenhaltung. Ein Käfig oder Stall, egal wie "groß" er uns erscheinen mag, ist jedoch immer zu klein für Kaninchen. Die bewegungsfreudigen Tiere brauchen viel Platz. Der lässt sich in einem Gehege verwirklichen. Pro Kaninchen sollten ca. 2 Quadratmeter ständig zur Verfügung stehen. Hier können Kaninchen auch mal Haken schlagen und mehr als zwei Hoppler am Stück machen ohne am Gitter anzustoßen. Ein häufiges Argument für Käfighaltung ist, dass die Tiere ja viel Freilauf hätten. Kaninchen sind aber dämmerungsaktive Tiere, d.h. ihre aktivsten Zeiten sind abends, nachts und in den frühen Morgenstunden, also wenn wir Menschen schlafen und ihnen keinen beaufsichtigten Auslauf bieten können. Wichtig ist hier die Grundfläche, die den Tieren zur Verfügung steht. Ein "Aufeinanderstapeln" von Käfigen mag zwar rein rechnerisch die gewünschten Quadratmeter ergeben, aber das wichtige ist die "Lauffläche". Die Kaninchen müssen kleinere Strecken hoppeln können, es muss Platz sein um ihnen Spielzeug und Versteckmöglichkeiten anzubieten, sie müssen Männchen machen und auch mal einen Haken schlagen können.

Je nachdem ob Sie Ihre Kaninchen in der Wohnung oder im Garten oder auf dem Balkon halten wollen, gibt es verschiedene Möglichkeiten, die Tiere artgerecht unterzubringen. Lesen Sie dazu mehr unter Außenhaltung und Innenhaltung.

Beispiele für Gehege in Innen- und Außenhaltung finden Sie auf folgenden Seiten und in unserer Gehegesammlung:

www.kaninchengehege.de



Tiergerechte Kaninchenbehausung




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Aussenhaltung

Außenhaltung ist mit Sicherheit die naürlichste Form der Kaninchenhaltung und kommt den Bedürfnissen der Tiere am nächsten. Wer also die Möglichkeit hat, seine Tiere im Freien zu halten, tut seinen Tieren einen großen Gefallen damit, ihnen ein Leben in (sicherer) Freiheit zu gönnen. Es gibt dabei mehrere Möglichkeiten:



Balkonhaltung

Wer einen Balkon hat, kann seinen Tieren hier, ganzjährig oder nur über die warmen Sommermonate, ein schönes Zuhause einrichten. Dabei gibt es mehrere Aspekte, die man beachten sollte. Zum einen die Lage des Balkons. Südbalkone sind nur bedingt geeignet für die Kaninchenhaltung. Es kommt natürlich immer auf die genauen Umstände an. Auf keinen Fall darf der Balkon im Sommer zu heiß werden. Ein Südbalkon ohne Überdachung und eine hohe gemauerte (und dadurch schattenspendende) Umrandung eignet sich daher nicht. Es ist sehr wichtig, dass die Tiere immer schattige Plätze zur Verfügung haben und das zu jeder (!) Tageszeit, denn die Sonne wandert bekanntlich. Auch Balkone, die der Witterung zur Wetterseite ungeschützt ausgesetzt sind, eignen sich nicht.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist das Thema Sicherheit. Auch höher gelegene Balkone sind keineswegs per se sicher. Katzen und Marder sind begnadete Kletterer und wenn sie einmal mitbekommen haben, wo Beute winkt, setzen sie alles daran, dort hinzugelangen. Aber auch Raubvögel bedrohen die geliebten Langohren auf Balkonien. Pilar, die mitten in München in einer Wohnung im 5. Stock lebt und ihren Kaninchen die Sommerresidenz auf dem überdachten (!) Balkon eingerichtet hat, musste im Sommer 2006 feststellen, dass der 5. Stock keineswegs Sicherheit für die Langohren bedeutet. Ein Raubvogel verirrte sich auf der Taubenjagd mitten in die Stadt und Pilars damaliges Pflegekaninchen Hazel war ihm offenbar eine willkommene Abwechslung auf dem Speiseplan. Glücklicherweise war Hazel ein Stallkaninchen und bereits ausgewachsen, er konnte dem Angreifer also etwas entgegensetzen und sich dann in den Stall flüchten. Er musste lediglich etwas Fell lassen und die Krallen und der Schnabel des Vogels hatten einige Kratzer auf seinem Rücken hinterlassen. Ansonsten überlebte er die Attacke unbeschadet. Es war reines Glück, dass zu diesem Zeitpunkt der große Hazel auf dem Balkon lebte und nicht Pilars eigene Zwerge. Sie hätten wohl keine Chance gegen den Vogel gehabt. Seitdem schützt ein robustes Katzennetz vor fliegenden Angreifern. Vor Mardern und Katzen schützt ein Netz aber nicht ausreichend. Ist der Balkon für sie zugänglich, muss ein stabiles Gehege aus Gehegedraht her, das von allen Seiten gesichert ist. Nehmen Sie diese Warnungen nicht auf die leichte Schulter, es gibt wirklich schönere Anblicke als das geliebte Haustier zerfetzt und in Stücken aufzufinden und man macht sich ewig Vorwürfe! Natürlich müssen Sie auch Sicherungen anbringen, falls die Brüstung Ihres Balkons erst kurz über dem Boden beginnt, bzw. nicht sehr hoch ist, damit Ihre Kaninchen nicht versehentlich in den Tod springen oder fallen.

Wie auch immer Sie also die Balkonhaltung nun verwirklichen, ob in einem Gehege oder mit einem komplett gesicherten Balkon, gibt es noch einiges zu beachten. Zuerst einmal das Platzangebot, das die Kaninchen zur Verfügung haben. Für zwei Kaninchen sollte das Gehege/der Balkon mindestens 4 Quadratmeter haben. Diese müssen den Kaninchen dauerhaft zur Verfügung stehen. Handelt es sich um größere Tiere (Stallkaninchen) und/oder leben die Tiere auch im Winter auf dem Balkon dürfen es auch gern mehr sein, damit die Kaninchen bei Kälte die Möglichkeit und den Anreiz haben, sich zu bewegen und "warmzulaufen".

Außerdem brauchen die Kaninchen einen warmen, trockenen und zugfreien Rückzugsort. Sowohl im Winter als auch im Sommer. Das kann z.B. ein handelsüblicher Außenstall aus Holz sein, dessen Front komplett verkleidet wird und lediglich ein kleines Loch als Ein- und Ausgang enthält oder auch eine Eigenkonstruktion. Die üblichen Außenställe eignen sich gut, weil sie meist auf Beinen stehen. Kürzt man diese auf eine Höhe von ca. 20 cm können die Tiere mit Hilfe einer Rampe oder einer Sprunghilfe (Holzklotz, Stein) den Stall gut erreichen und der Platz darunter wird, besonders im Sommer, gern als schattiger Ruheplatz genutzt. Sollen die Kaninchen das ganze Jahr draußen leben, muss dieser Stall gut isoliert sein bzw. gut mit Stroh und Heu ausgepolstert werden, so dass sich die Kaninchen dort "warmkuscheln" können und sich vor Wind, Regen, Schnee etc. verkriechen können und gut geschützt sind. Gerade im Winter ist auch der Bodenbelag des Balkons wichtig. Fliesen oder Steinplatten können sehr kalt werden und so besteht die Gefahr einer Blasenentzündung oder anderer Krankheiten. Dagegen helfen auf dem Boden ausgelegte Baumwollteppiche oder auch Holzfliesen.


Auch ein kleiner Balkon kann zum Kaninchenparadies werden.

Bitte beachten Sie, dass Balkonkaninchen, die während der kalten Jahreszeit draußen leben im Winter keinen Auslauf in der Wohnung bekommen dürfen! Die Tiere haben ein dickes Winterfell, in der warmen Wohnung ist das viel zu warm und der große Temperaturunterschied zwischen drinnen und draußen kann zu Kreislaufproblemen und anderen Krankheiten führen. Im Sommer ist es kein Problem den Tieren Zugang zur Wohnung zu gewähren, im Gegenteil, Abwechslung ist den Tieren immer willkommen. Im Winter geht es leider nicht. Sie schaden Ihren Tieren damit nur. Sie dürfen Sie auch nicht mehrere Tage oder mal über eine "kalte Nacht" reinholen, oft reichen nur kurze Aufenthalte im Warmen und der Fellwechsel setzt ein. Das Tier darf dann nicht mehr nach draußen, es würde ohne sein schützendes Winterfell in der Kälte (er-)frieren.

Natürlich sollte auch für Abwechslung gesorgt werden und der Balkon oder das Gehege entsprechend eingerichtet werden. Lesen Sie dazu mehr unter Gehegeeinrichtung/Beschäftigung.



Außenhaltung im Gartengehege

Was gibt es natürlicheres als die Haltung von Kaninchen im Grünen mit Gras unter den Pfoten und dem Wind, der um die Nase weht? Für Kaninchen mit Sicherheit die schönste aller Haltungsformen. Wer also einen Garten hat, der sollte seinen Kaninchen die Freude gönnen, sich dort auszutoben. Für die Außenhaltung gibt es einen einfachen Grundsatz und der lautet: Sicherheit geht vor!

Kaninchen, die draußen leben gilt es vor (Fress-)Feinden und Ausbrechen zu schützen. Das bedeutet, es darf nichts ins Gehege gelangen und auch nichts nach draußen. Kaninchen sind naturgemäß Meister im Buddeln und man kann oft gar nicht so schnell schauen, wie sie einen Tunnel in die Freiheit gebuddelt haben. Doch leider ist die Freiheit trügerisch und gefährlich, denn viele Kaninchen finden den Weg zurück nicht oder fallen schnell einem Räuber zum Opfer. Das ist zum einen ein schreckliches Ende für das Langohr, zum anderen aber auch kein schöner Anblick für den Besitzer, denn viele Raubtiere lassen ihre zerstückelten Opfer zurück.
Sicherheit bedeutet also zum einen, dass das Gehege nach unten geschützt werden muss. Dafür gibt es mehrere Möglichkeiten. Man kann entweder Kaninchendraht an der Seite und nach unten hin in die Erde einlassen oder z.B. Rasengittersteine versenken oder aber nach unten hin eine Betonwanne (Drainage nicht vergessen, sonst wird es eine Badewanne!) einlassen und diese wieder mit Erde auffüllen. Auch komplett mit Platten ausgelegte Gehege sind eine sichere Sache und auch super sauber zu halten, aber den Kaninchen geht natülich der Buddelspaß abhanden. Zum anderen muss das Gehege nach oben und zur Seite gesichert werden. Dazu eigenen sich Seitenwände aus einem Holzgestell, die mit Vierkant-Draht überzogen werden. Wichtig ist hier die Wahl des RICHTIGEN Drahtes! Man muss auf jeden Fall den (leider) teureren Vierkantdraht nehmen, nicht den günstigeren sechseckigen "Hühnerdraht". Dieser ist bei weitem nicht stabil genug und kann von Raubtieren und sogar von den Kaninchen selbst durchgebissen werden!



Bitte nehmen Sie diese Warnung ernst! Der dünnere Sechskantdraht ist kein Hindernis für Marder und Co.! Auch diese Erfahrung musste unser Mitglied Pilar leider schon machen. In ihrem Erfahrungsbericht erzählt sie, wie ihr Kaninchen Romeo im vermeintlich sicheren Gehege am helllichten Tag einem Marder zum Opfer fiel, der den Sechskantdraht durchgebissen hatte. Selbst wenn Ihre Tiere nur tagsüber in dem Gehege untergebracht sind und die Nacht in einer sicheren Hütte oder im Haus verbringen, müssen Sie den dicken Vierkantdraht wählen, denn Marder und andere Raubtiere sind keineswegs nur nachts auf Beutezug. Um wirklich sicherzugehen, empfehlen wir eine Drahtstärke von mindestens 1,45 mm und eine Maschenweite von maximal 1,9 x 1,9 cm.

Natürlich ist nicht nur die Sicherheit wichtig, sondern auch dass die Kaninchen ausreichend Rückzugsmöglichkeiten haben. Einen warmen, trockenen und zugfreien Ort brauchen die Tiere in jedem Fall, egal ob sie auch im Winter draußen leben oder nur den Sommer im Garten verbringen. Die Luxusedition ist natürlich ein ans Gehege angeschlossenes Gartenhäuschen, das durch seine Höhe dem Pfleger eine leichte Reinigung ermöglicht und man kann sich auch im Winter oder bei Regen bei den Tieren aufhalten. Ein oder besser mehrere gut isolierte Boxenställe in entsprechender Größe und gut mit Stroh und Heu gepolstert erfüllen ihren Zweck aber genauso. Je nachdem sollte man auch über ein regendichtes Dach über dem Gehege nachdenken bzw. darüber ob man eine oder auch zwei Seiten des Geheges z.B. mit Holz zugdicht verkleidet. Hier gibt es keine pauschalen Regeln, man muss einfach dafür sorgen, dass die Kaninchen genügend Platz haben, der immer trocken und einigermaßen zugfrei ist, damit sie gesund bleiben.

Was die Größe des Gartengeheges angeht, gilt auch hier der inzwischen wohlbekannte Grundsatz: Ca. 2 qm pro Kaninchen, aber je größer desto besser! Zusätzlichen Auslauf sollte man auf jeden Fall einplanen, egal wie groß das Gehege letztendlich ausfällt. Denn Auslauf bringt Abwechslung und Bewegung. Verwirklichen kann man so einen Auslauf mit mobilen Gehegeelementen, die man vor dem eigentlichen Gehege aufstellt und die Kaninchen dort unter Aufsicht (!) laufen lässt. Lassen Sie die Kaninchen in einem solchen Auslauf niemals allein. Auch nicht für wenige Minuten.


Ein fest installiertes Gehege mit Schutzhaus und angeschlossenem Freilauf unter Aufsicht.

Desweiteren sollte man den Standort des Geheges mit Bedacht wählen. Wenn man die Möglichkeit hat, bietet sich die Nähe eines Baumes an, da so natürlicher Schatten vorhanden ist und das Gehege auch im Hochsommer nicht in der prallen Sonne liegt. Zudem sollte man darauf achten, dass weder im Gehege noch im Freilauf für Kaninchen giftige Pflanzen wachsen bzw. für sie erreichbar sind, z.B. durchs Gitter. Welche Pflanzen giftig sind, können Sie in der Giftpflanzendatenbank nachlesen.

Wenn Sie Fragen zum Bau Ihres Außengeheges haben, oder weitere Tipps wünschen, nehmen Sie jederzeit Kontakt mit uns auf, wir helfen Ihnen gerne weiter. Wir haben auch eine kleine Liste an günstigen Drahtanbietern angelegt, die in der Regel günstiger sind, als Baumärkte. Diese schicken wir auf Anfrage gerne zu.

Eine Zusammenfassung der hier genannten Tipps finden Sie in unserem Gehegemerkblatt.




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Erfahrungsberichte Außenhaltung

Marder holt Kaninchen (Bericht von Pilar)
Im Jahr 2002 erweiterte ich das Gartenhäuschen, in dem meine damaligen Kaninchen Socke und Romeo lebten um einen vergitterten Auslauf. Ich baute eine Katzenklappe in das Hüttchen ein und zimmerte aus Dachlatten ein Gestell, das direkt an das Gartenhäuschen anschloss. Dann besorgte ich mir im Baumarkt Volierendraht und natürlich griff ich zum günstigeren "Hühnerdraht" ohne mir groß Gedanken darüber zu machen. So entstand ein schöner begehbarer Auslauf und Socke und Romeo genossen es sichtlich, dass sie nun so viel Platz und Freiheit hatten. Nachts sperrte ich sie meist dennoch in ihr Gartenhäuschen indem ich die Katzenklappe verschloss.
Ein Jahr später, im Mai 2003, öffnete ich morgens um 10 Uhr die Klappe und versorgte die beiden Hoppler. Dann war ich für zwei Stunden außer Haus. Um kurz nach 12 Uhr mittags kam ich nach Hause und warf eigentlich eher flüchtig einen Blick in den Garten und wunderte mich, die beiden nicht in ihrem Gehege zu sehen. Ich ging also nachsehen weil ich dachte, ich hätte vielleicht doch vergessen die Klappe zu öffnen. Ich schaute dann ins Gartenhaus und sah Socke verängstigt in einer Ecke sitzen, von Romeo keine Spur. Die Klappe ins Außengehege war aber offen. Also fing ich an, den Garten nach ihm abzusuchen ohne zu verstehen, wie er aus dem Gehege gekommen war. Nach langem Suchen fand ich ihn auch. Er lag in einer abgelegenen Ecke des Gartens unter einem Busch... er war tot. Ich fand nur noch Überreste seines Körpers, der Marder hatte ihm den Kopf abgetrennt und mitgenommen.
Als ich später das Gehege untersuchte, fand ich ein Loch im Gitter. Der Marder hatte den Draht durchgebissen bis er sich hindurchzwängen konnte. Gefangen im Gehege hatte Romeo keine Chance gehabt, ihm zu entkommen. Socke hatte mehr als Glück gehabt, der Marder war wohl so beschäftigt mit Romeo, dass er sie nicht bemerkte.
Ich kann daher nur jeden eindringlich warnen! Der sechseckige "Hühnerdraht" ist kein ausreichender Schutz vor Raubtieren! Für Marder stellt er kein Hindernis dar, aber auch Kaninchen selbst können ihn durchbeißen, diese Erfahrung schilderte mir Tina Mader. Auch für Gehege die nur tagsüber in Gebrauch sind, ist der günstige Draht nicht ausreichend! Es ist ein Gerücht, dass Marder nur nachts unterwegs sind! Der, der meinen Romeo holte, war zwischen 10 und 12 Uhr Vormittags in unserem Garten unterwegs. Man sollte wirklich nicht an den paar Euro für den dickeren Draht sparen. Ich wünsche wirklich niemandem den Anblick seines toten, zerstückelten Tieres, das vergisst man nie wieder und man hört auch niemals auf, sich Vorwürfe zu machen.


Romeo im Sommer 2002, er wurde nur 4 Jahre alt
- der falsche Draht kostete ihn das Leben





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Innenhaltung

Nicht jeder hat einen Garten zur Verfügung, aber auch in der Wohnung kann man ein kleines Kaninchenparadies erschaffen, in dem sich die Langohren rundum wohl fühlen. Auch hier gibt es mehrere Möglichkeiten:

  • Gehegefreie Haltung mit 24 h Auslauf
  • Haltung im Innengehege
  • Kaninchenzimmer
Die einfachste, "platzsparendste" und billigste Variante ist schlicht die käfigfreie Haltung in der Wohnung oder einem Zimmer. Dafür muss das Zimmer natürlich "kaninchensicher" gemacht werden, was mitunter ein bisschen Kreativität voraussetzt. Denn die kleinen Biester sind mehr als erfinderisch wenn es darum geht Unfug anzustellen. Wichtig ist, dass Pflanzen und Kabel außerhalb ihrer Reichweite untergebracht werden. Für Kabel gibt es spezielle Kabelkanäle im Baumarkt oder in gewissen schwedischen Möbelhäusern für wenig Geld. Aber auch dünne Spanbretter oder Plexiglasscheiben können die Kabel vor den gierigen Zähnen der Langohren schützen. Pflanzen sollten entweder in ausreichender Höhe oder einem anderen Zimmer untergebracht werden oder mit Volierendraht in Höhe von mindestens einem halben Meter geschützt werden. Erstens zum Wohl der Pflanze aber auch weil die meisten Zimmerpflanzen für Kaninchen giftig sind. Und unsere Hauskaninchen haben meist den natürlichen Instinkt verloren, der sie vor dem Verzehr giftiger Pflanzen schützt. Zwar können Kaninchen nicht klettern, aber viele Kaninchen sind wahre Hochsprungmeister. Alles was sie nicht erreichen dürfen, sollte also am besten hinter Schloss und Riegel gebracht werden. Kaninchen sind super neugierig und wollen immer überall dabei sein. Was einmal ihre Aufmerksamkeit erregt hat, wird früher oder später auf jeden Fall erkundet und was ein Kaninchen vormacht, macht das andere auch ganz bestimmt nach. Versprochen.


Kaninchen sind sehr neugierige Tiere, vor denen nichts sicher ist.

Natürlich brauchen die Kaninchen nun noch eine Klokiste, die Sie am besten in der Ecke aufstellen, die die Kaninchen bevorzugen. Kaninchen werden nicht stubenrein weil Menschen ihnen das anerziehen, sondern weil auch Wildkaninchen bestimmte Stellen haben um ihre Notdurft zu verrichten. Also versuchen Sie am besten erst gar nicht, Kaninchen Ihren Willen aufzuzwingen, es wird nicht funktionieren. Als Klokiste eignet sich z.B. die Unterschale eines gewöhnlichen Käfigs (ohne Gitter) oder handelsübliche Katzentoiletten, die es in allen erdenklichen Größen gibt. Gut angenommen wird die Klokiste meist, wenn das tägliche Heu hier serviert wird. Man kann also z.B. die Heuraufe über die Klokiste hängen. Wenn die Kaninchen keine Heuraufen annehmen, kann man das Heu auch einfach in die Kiste legen, dann muss es aber häufiger ausgetauscht werden weil es schneller verschmutzt.


Beispiel für eine Heuraufen-Klokisten-Kombination

Natürlich sollten auch ein paar Unterschlüpfe, Häuschen, Kuschelröhren etc. und ein Plätzchen für Futter- und Wassernapf nicht fehlen. Um so mehr Beschäftigung die Tiere haben, desto weniger Blödsinn stellen sie an, man sollte also an Spielzeug nicht unbedingt sparen und hin und wieder neue Anreize schaffen. Je nach Bodenbelag der Wohnung/des Zimmers sollten Sie noch ein paar waschbare Teppiche auslegen, nicht alle Kaninchen laufen gerne über Fliesen oder Parkett. Fertig ist das Kaninchen-Zuhause.

Wer mehr als ein Pärchen hält, hat es mit der gehegefreien Variante oft schwer. Größere Kaninchengruppen werden oft nicht perfekt stubenrein. Es bietet sich an, die Tiere in einem Innengehege zu halten. Dazu kann man z.B. eine Ecke des Zimmers mit Gehegeelementen abtrennen. Wer kleine Schweine hat, legt diese Ecke am besten mit PVC aus, das erleichtert die Reinigung. Auch beim Innengehege gilt die Faustregel 2 Quadratmeter pro Tier. Mehr ist immer willkommen und zusätzlicher Auslauf unerlässlich. Auch im Innengehege sollten Klokiste, Heuraufe, Häuschen, Wassernapf etc. nicht fehlen. Weitere Vorschläge zur Gehegeeinrichtung finden Sie hier: Gehegeeinrichtung / Beschäftigung.

Manch einer hat auch ein Zimmer "übrig" und stellt dieses seinen Kaninchen zur Verfügung. Das hat natürlich den Vorteil, dass von vorneherein nur kaninchentaugliche Gegenstände in diesem Zimmer sind und man sich Zäunchen und Gehegeelemente spart, die die ganze Wohnung versperren. Aber soviel Platz hat nunmal nicht jeder.




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Gehegeeinrichtung / Beschäftigung

"Futterleine"
Mit der "Futterleine" müssen sich die Kaninchen ihr Futter erarbeiten. Dazu fädelt man einfach Obst oder Gemüse auf eine Leine und spannt diese in ca. 40 cm Höhe über dem Boden. Man kann auch Salatblätter oder Löwenzahn mit Wäscheklammern befestigen und die Kaninchen müssen sich recken um an die Leckereien zu kommen.


Hängematte
Nicht alle, aber viele Kaninchen liegen gerne auch mal in einer Hängematte. Das kann eine Hängematte sein, wie sie in vielen Zooläden oder bei vielen Tierschutzorgas verkauft wird (auch wir haben bei Infoständen dann und wann welche dabei), aber es tut auch ein altes Handtuch oder ein Stück festeren Stoff.


Häuschen
Ob gekauft oder selbstgebaut, Häuschen zum Verstecken finden alle Kaninchen prima und sollten in keinem Langohrzuhause fehlen. Wichtig ist, dass die Häuschen immer mindestens zwei Eingänge haben, damit kein Kaninchen in die Enge getrieben werden kann. Vorteilhaft sind auch Flachdächer, da Kaninchen auch gerne erhöht sitzen oder liegen und die Umgebung beobachten.


"Gasthaus Hasenblick" ist eine Eigenkreation mit zwei Eingängen und Flachdach.

Heusack / Heusocke
Man nehme eine alte Baumwollsocke oder eine Baumwolltasche, fülle diese mit Heu, binde sie oben zu und schneide unten ein paar Löcher hinein, durch die man ein paar Heuhalme nach aussen zupft.
Irgendwo aufhängen, ruhig auch so, dass die Hoppler sich strecken müssen, und schon hat man eine billige Beschäftigungsmöglichkeit gefunden, die auch noch der Gesundheit dienlich ist.

Kartons
In größere, ungefärbte, Pappkartons einfach auf beide Seiten ein Loch schneiden und schon hat man ein tolles und kostenloses Spielzeug. Draufspringen, verstecken, zerlegen ... ein Riesenspaß!
Achten Sie aber bitte unbedingt darauf, ob Ihre Kaninchen den Karton nur zerlegen oder tatsächlich fressen! Letzteres kann in einer schlimmen Magenüberladung enden, wenn die Pappe im Magen der Tiere aufquillt! Wenn die Tiere also nicht nur nagen, sondern den Karton wirklich auffressen, sollten sie lieber auf Holzspielzeug zurückgreifen.

Knabberrolle
Den Pappkarton einer Klorolle mit Heu und anderen getreidefreien (!) Leckerlies füllen, die Seiten mit Heu zustopfen und ab zu den Kaninchen. Die stürzen sich gewöhnlich mit Begeisterung darauf, haben Spaß und sind beschäftigt.
Es ist auch kein Problem, wenn die Klorolle angenagt wird, nur ungefärbter Karton sollte es sein und sie sollten es ebenso wie Kartons nicht massenweise fressen.

Kuschelkissen
Die meisten Kaninchen sind richtige Genießer und nehmen alle Arten von weichen Liegeunterlagen, vom Kuschelkissen über die Schmusedecke bis hin zum kleinen Sofa an. Hier kann sich der leidenschaftliche Shopaholic voll austoben.


Kuschel-/Rascheltunnel
Sehr beliebt sind auch alle Arten von Tunneln aus Stoff. Zu kaufen gibt es diese ebenfalls im Zoohandel oder im Internet in verschiedenen Längen und Durchmessern.


Röhren
Da Wildkaninchen Höhlenbewohner sind, die sich lange Tunnel in die Erde graben, sind auch unsere Hauskaninchen ganz "wild" auf Röhren. Günstig bekommt man solche Betonröhren, die im Sommer schön kühl sind und im Winter vor Regen schützen im Baumarkt.


Widderchen Thommy Bommel schläft seelig in seiner Röhre.

Weidenkörbe
Weidenverstecke, wie hier dieser Weidenkorb sind ebenfalls sehr beliebte Verstecke, die auch noch beknabbert werden können. Man sollte nur aufpassen und gelegentlich herausstehende "Ästchen" kürzen um die Verletzungsgefahr zu minimieren.





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Urlaubsbetreuung

Die stressfreieste Lösung für Ihre Kaninchen ist es, im eigenen Zuhause bleiben zu dürfen. Vielleicht kann jemand aus der Bekanntschaft, Verwandtschaft oder auch Nachbarschaft einmal am Tag zum Füttern kommen und nach dem Rechten sehen. Die Nummer Ihres Tierarztes sollte für den Notfall parat liegen.

Viele Tierheime, Notstationen und auch Zoogeschäfte nehmen Tiere in Urlaubspflege. Hier ist zu beachten, dass die Fütterung genauso sein sollte wie gewohnt, denn eine Futterumstellung kann immer zu Problemen führen.

Auch MÜSSEN die Kaninchen getrennt von anderen Kaninchen untergebracht sein und keinesfalls darf man die Tiere mit fremden Kaninchen hoppeln lassen. Diese Tiere "spielen" nicht eben mal zusammen, sie riechen und sehen das neue Kaninchen und die Rangordnung muss geklärt werden. Dies kann

  • zu schweren Kämpfen und somit zu Verletzungen führen
  • der Stress (ja, es handelt sich um puren Stress) kann verschiedenste Krankheiten auslösen, die bei gesunden Kaninchen latent vorhanden sind, aber nie zum Ausbruch kommen würden
  • Kaninchen, die sich bisher gut verstanden haben im schlimmsten Fall sogar für immer entzweien
  • Ansteckungsgefahr bedeuten, wissen Sie denn sicher, ob die anderen Kaninchen in der Nähe gesund sind?
Von einer Mitnahme in den Urlaub raten wir grundsätzlich ab. Kaninchen sind sehr stressanfällig und auch ein Hitzschlag im warmen Auto ist keine Seltenheit. Sie können gerne mit uns Kontakt aufnehmen, wir versuchen Ihnen bei einer Lösung zu helfen.





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ERNÄHRUNG

Auch bei der Fütterung orientiert sich die moderne Kaninchenhaltung an den wilden Verwandten unserer Langohren. Diese fressen was sie in ihrer Umgebung an Fressbarem finden: In erster Linie Gräser, Kräuter, Grünpflanzen wie Löwenzahn, Spitzwegerich und Schafgarbe aber auch Wurzeln, Rinde, Äste und Blätter. Dieser rohfaserreichen Nahrung hat sich der Verdauungstrakt des Kaninchens angepasst.

Nicht auf dem Speiseplan des Wildkaninchens steht, entgegen der landläufigen Meinung, Getreide wie Hafer oder Weizen oder gar Mais. Denn dieses energie- und stärkereiche Futter steht den Tieren ausschließlich im Herbst für eine sehr kurze Zeit zur Verfügung und ist auch dann nicht leicht zu erreichen, da es in einer gewissen Höhe wächst. Dieser Ernährung hat sich der Urahn unserer Hauskaninchen angepasst. Weil die Nahrung, die aufgenommen wird, so energiearm ist, muss das Kaninchen ständig fressen. Daher haben Kaninchen einen Stopfmagen, das heißt der Nahrungsbrei wird nur dann weitertransportiert wenn neue Nahrung ihn "weiterschiebt". Deshalb müssen Kaninchen 24 Stunden am Tag etwas zu fressen zur Verfügung haben.

Warum das am besten Heu sein sollte, erklärt sich durch eine weitere Anpassung des Kaninchens an seine Ernährung: Weil die Nahrung von Wildkaninchen sehr rohfaserreich ist, muss sie sehr lange und intensiv gekaut werden. Das führt dazu, dass die Zähne stark beansprucht werden und sich abnutzen. Um dem entgegenzuwirken wachsen die Zähne von Kaninchen ein Leben lang. Und das ca. 10 cm im Jahr! Auch bei unseren Hauskaninchen ist das so. Sowohl die vorderen Schneidezähne und die dahinter sitzenden Stiftzähne als auch die Backenzähne werden viel zu lang wenn sie nicht eingesetzt werden, wie es von der Natur vorgesehen ist. Darum brauchen auch unsere domestizierten Mitbewohner rohfaserreiche Nahrung, die den Abrieb der Zähne fördert.

Das Grundnahrungsmittel sollte also Heu sein, da dies der natülichen Ernährung mit Gras und Kräutern am nächsten kommt. Zusätzlich wird Frischfutter gereicht, dazu Zweige und Blätter sowie im Sommer frische Wiese. Frisches Wasser muss selbstverständlich immer zur Verfügung stehen.

Grundnahrung: Heu
Da Heu das wichtigste Nahrungsmittel für unsere Langohren ist, sollte es von guter Qualität sein. Das bedeutet es ist frisch, die Farbe ist grünlich, es riecht aromatisch und staubt nicht zu sehr. Außerdem sollte es möglichst grobstängelig sein und auch Kräuter beinhalten.


Heu ist sehr wichtig für die Verdauung von Kaninchen. Es beginnt bereits bei den Zähnen, für deren Abrieb Heu einfach unersätzlich ist, weil es lange gekaut werden muss und die ständig nachwachsenden Zähne so abgenutzt werden. Das beugt Zahnkrankheiten vor und beschäftigt die Tiere gleichzeitig. Die nächste Funktion erfüllt Heu im Magen. Im Magen eines Kaninchens sammeln sich im Laufe der Zeit Haare an, die das Kaninchen durch Putzen mit der Zunge aufnimmt. Damit diese Haare nicht mit der Zeit verklumpen und sich ein Haarballen (Bezoar) bildet, ist es wichtig, dass die Haare auch wieder ausgeschieden werden. Grobstängeliges Heu fördert diesen Prozess, da die Haare in den groben Halmstückchen hängenbleiben und mit ausgeschieden werden. Den Unterschied, den die Fütterung von grobem oder feinem Heu hervorruft, kann man auf diesem Foto deutlich erkennen:


Die Köttel stammen von dem selben Kaninchen! Oben während einer Phase in der grobes Heu gefüttert wurde und unten während feines Heu gefüttert wurde.

Die nächste wichtige Funktion erfüllt Heu im Darm, wo es die Darmflora im Gleichgewicht hält. Außerdem macht Heu nicht dick und kann deswegen in unbegrenzter Menge gefressen werden, was wichtig ist, damit die Verdauung nicht zum erliegen kommt.

Immer wieder liest oder hört man von "Heumuffeln", also Kaninchen die kein Heu fressen wollen. Aus den Erfahrungen, die wir gemacht haben sowohl mit unseren eigenen Tieren als auch bei Beratungen, können wir nur sagen, dass es nur sehr wenige wirkliche Heumuffel gibt. Fast immer gibt es eine Ursache und die ist meist schlicht und einfach, dass zu viel anderes gefüttert wird. Häufig liegen auch Zahn- oder Verdauungsprobleme vor durch die die Kaninchen dann kein Heu fressen und eben weil sie kein Heu fressen, kommen die Zahn- und Verdauungsprobleme immer wieder. Hier gilt es, den Teufelskreis zu durchbrechen und zu erkennen, wie wichtig die Aufnahme von Heu für das Tier ist. Aber wie gesagt, meistens ist übermäßige Fütterung anderer Dinge die Ursache für mangelnde Heuaufnahme.



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Frische Wiese
Heu ist eigentlich nur ein Ersatzfuttermittel für die natürliche Nahrung von Kaninchen: frische Wiese. Das bedeutet im Sommer kann oder sollte man versuchen seine Kaninchen mit möglichst viel frischer Wiese zu ernähren. Mit Wiese ist nicht nur Gras gemeint (schon gar nicht gedüngter Vorstadtrasen), sondern verschiedenste wilde Gräser, sowie Löwenzahn, Spitzwegerich, Huflattich, Gänseblümchen, Klee, Schafgarbe uvm. Welche Kräuter genau Ihre Kaninchen fressen dürfen können Sie unter Futterpflanzen nachlesen.
Bevor Sie sich nun im Frühjahr daran machen fleißig Wiese zu sammeln, sollten Sie Ihre Tiere langsam an das frische Grün gewöhnen, sonst kann es zu schlimmen Verdauungsproblemen kommen, die nicht selten tödlich enden. Das bedeutet, die Kaninchen dürfen anfangs nur sehr kleine Mengen frische Wiese bekommen, pro Kaninchen nur ein paar Blättchen oder Hälmchen. Diese Menge kann, wenn keine Probleme auftreten, täglich gesteigert werden bis man den Tieren dann nach ca. 2 Wochen unbegrenzt frisches Grün aus der Natur anbieten kann. Wie Heu macht auch Wiese nicht fett, ist gut für den Zahnabrieb und die Verdauung und kann daher in rauen Mengen angeboten werden.

Bitte informieren Sie sich genau welche Pflanzen an Kaninchen verfüttert werden dürfen und achten Sie auch darauf wo Sie pflücken. Direkt am Straßenrand oder Wiesen, die viel von Hunden besucht werden, eignen sich nicht. Auch nicht alle Bauern sind begeistert wenn Kaninchenbesitzer ihre Wiesen niedertrampeln. Also besser vorher erkundigen.



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Frischfutter
Zusätzlich zu Heu wird Frischfutter gereicht. Im Sommer kann das zum Großteil durch frische Wiese ersetzt werden, wenn man die Möglichkeit dazu hat. Grundsätzlich sollte jede Frischfuttersorte langsam angefüttert werden, d.h. anfangs wird nur ein kleines Stückchen gegeben. Wird das gut vertragen, kann am nächsten Tag ein etwas größeres Stückchen gegeben werden usw. Niemals sollte man seinen Kaninchen unbekanntes Frischfutter in großer Menge anbieten. Es könnte zu schlimmen Verdauungsproblemen kommen und Kaninchen haben eine äußerst empfindliche Verdauung!

Mögliche Frischfuttersorten:
  • Fenchel
  • Karotte/gelbe Rübe/Möhre
  • Knollensellerie
  • Stangensellerie
  • Pastinake
  • Rote Beete
  • Petersilienwurzel
  • Brokkoli
  • Paprika
  • Tomate (ohne Grün und Strunkt, da stark solaninhaltig)
  • Apfel
  • Gurke
  • Chicoree
  • Radicchio
  • Feldsalat
  • Spinat
  • Erdbeere
  • Himbeere
  • Birne
  • Sonnenblume (aus dem Garten ohne Dünger)
  • Steckrübe (gutes Winterfutter)
  • Topinambur (Blüte, Pflanze und Knolle)
Bitte beachten Sie, dass jedes Kaninchen unterschiedlich reagiert und was ein Kaninchen verträgt, kann dem nächsten durchaus nicht gut bekommen. Auch sollte man möglichst abwechslungsreich füttern. Fast jedes dieser Futtermittel entfaltet eine negative Eigenschaft, wenn es zu viel gefüttert wird oder gar nur dieses gefüttert wird. Die goldenen Regeln lauten hier auf jeden Fall "Weniger ist mehr" und "Abwechslung muss sein". Bitte informieren Sie sich auch bei Obst/Gemüse etc. immer vorher genau darüber, was Kaninchen vertragen und was nicht.
Bei allen Kohlarten ist besondere Vorsicht geboten. Bitte sehr vorsichtig anfüttern, da Kohl in der Regel stark bläht und von manchen Tieren nicht vertragen wird.

Unverträglich für Kaninchen sind:
Avocados, rohe Kartoffeln, Zwiebelgewächse.

Wichtig ist auch die Frischfuttermenge und sehr häufig wird gefragt, wie viel man denn nun füttern müsse/könne/dürfe. Das ist pauschal sehr schwer zu beantworten, denn jedes Tier ist anders und was das eine locker verdaut, lässt das andere vielleicht schon dick werden. Es kommt darauf an, wieviel sich die Tiere bewegen, wie alt sie sind, Innen- oder Außenhaltung, wird einmal oder zweimal täglich gefüttert uvm. Prinzipiell macht man keinen Unterschied zwischen Innen- und Außenhaltung. Einziger Unterschied ist der Winter, da dürfen "Draußis" schon ein bisschen mehr bekommen, denn die Kälte zehrt schon an den Kräften und ein bisschen Speck hält auch warm. Das soll jetzt nicht heißen, dass Tiere, die draußen überwintern zu Klößen gefüttert werden sollen oder sie dick sein müssen. Lediglich dürfen sie ein wenig kräftiger sein, als ihre innenlebenden Kollegen.

Weil eine Mengenangabe sehr schwer ist, haben wir versucht einen Beispielfutternapf für zwei normalgroße Kaninchen (ca. 2 kg) zusammenzustellen:


Dieser Napf enthält etwas Löwenzahn, zwei Stückchen Apfel, eine kleine Karotte, zwei Scheiben Gurke, zwei Stücke Paprika und ein paar Blättchen Basilikum und Petersilie. Diese Menge wird einmal morgens und einmal abends gefüttert, Heu steht selbstverständlich immer zur Verfügung. Diese Menge soll nur als Anhaltspunkt dienen und ist keineswegs das Maß aller Dinge. Wie bereits erwähnt, ist Abwechslung auf dem Speiseplan sehr wichtig. Lassen Sie sich nicht abschrecken, wenn ihre Kaninchen eine neue Frischfuttersorte erstmal liegen lassen. Viele der kleinen Feinschmecker handeln nach dem Grundsatz "Was der Bauer nicht kennt, frisst er nicht" und müssen sich erst langsam an Neues gewöhnen. Legen sie es einfach immer wieder hin, irgendwann fressen sie es. Auch das hat mit der Menge zu tun, die gefüttert wird. Es darf nicht sein, dass sich die Langohren nur herauspicken, was ihnen am meisten mundet und irgendwann fressen sie dann nur noch zwei Sorten. Das ist schlichtweg ungesund und hat mit verwöhnen nichts zu tun! Wenn ihre Langohren so wählerisch sind, dass täglich viel liegen bleibt, müssen Sie die Frischfuttermenge einschränken. Solange die Tiere Heu haben, verhungern sie nicht.

Das klingt jetzt hart, aber tatsächlich ist es so, dass wir bei weitem schon viel mehr zu dicke als zu dünne Tiere gesehen haben. Und nicht immer ist böses Trockenfutter Schuld daran, viele dieser Tiere werden ausschließlich mit Frischfutter ernährt. Es ist ungesund und lebensverkürzend wenn Kaninchen zu dick sind, denn es gibt tatsächlich viele Krankheiten, für die dicke/falsch ernährte Tiere besonders anfällig sind: Ballenabszesse, Fliegenmaden, Verdauungsprobleme usw.



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Kräuter
Sind zu jeder Jahreszeit ein gutes Zusatzfutter. Ob frisch oder getrocknet schmecken sie den meisten Kaninchen. Im Sommer ist es einfach in einem kleinen Blumentopf auf dem Fensterbrett, dem Balkon oder im Garten ein paar Sorten anzupflanzen: Petersilie, Basilikum, Salbei, Zitronenmelisse, Minze uvm. Im Winter kann man sie getrocknet anbieten. Kräuter sind reich an Vitaminen und Mineralstoffen. Da der Kalziumgehalt um ein vielfaches höher ist als bei frischen Kräutern, kann es bei manchen Tieren zu Problemen mit Blasengries (und schlimmstenfalls Steinen) kommen. Daher sollten Trockenkräuter nicht in rauen Mengen sondern nur als Zusatzfutter (z.B. ins Heu gestreut) und nicht täglich gereicht werden.



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Zweige
Wildkaninchen fressen auch Rinde, dünne Zweige und deren Blätter und Knospen. Auch bei unseren Hauskaninchen sind Zweige sehr beliebt, dienen als Beschäftigung und schonen somit auch die Tapeten und sind vor allen Dingen bestens zum Zahnabrieb geeignet. Sie dürfen das ganze Jahr über angeboten werden, nicht nur wenn sie belaubt sind, wobei die Blätter natürlich ein besonders begehrter Leckerbissen sind. Im Winter kann man z.B. auch Zweige in eine Vase in die Wohnung stellen. Innerhalb weniger Tage bekommen diese Zweige dann Knospen, was ein besonderer Leckerbissen für verwöhnte Langohren ist. Ohne Bedenken dürfen folgende Bäume/Sträucher geplündert und verfüttert werden:
  • Apfelbaum
  • Birnbaum
  • Haselnusssträucher
  • Johannisbeerbüsche
  • Tanne (keine Weihnachtsbäume, weil oft stark gespritzt!)
Weiden werden oft empfohlen, sollten aber aufgrund des hohen Gerbsäureanteils nicht zu häufig gegeben werden.

Giftig oder ungeignet sind:
  • Efeu
  • Eibe
  • Thuja




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Trockenfutter
Immer noch werden viele Kaninchen mit Trockenfutter ernährt weil die Werbung die Halter glauben machen will, dass die Tiere dies benötigen. Das ist völliger Unsinn. Wer den natürlichen Speiseplan eines Wildkaninchens zum Vergleich heranzieht, wird schnell feststellen, dass in handelsüblichem Trockenfutter wenig bis gar nichts zu finden ist, was sich mit dieser Ernährung deckt. Dafür enthält Trockenfutter oft völlig unnötige und zum Großteil sogar ungesunde Bestandteile wie z.B. Melasse, Bäckereinebenerzeugnisse, Ei, Milch, Getreide, Zucker, Nüsse, Farbstoffe uvm. Ein gesundes Kaninchen, das vernünftig mit Heu und Frischfutter ernährt wird, braucht schlicht und ergreifend kein Trockenfutter.

Getreide und Mais enthalten Stärke, welche die Darmflora verändert. Dadurch können sich Colibakterien vermehren, die Kaninchen bekommen Hefen, Kokzidien, Durchfall und andere Darmkrankheiten! Außerdem ist Trockenfutter ein sehr energiereiches Futter, was Kaninchen, die ja energiearme Nahrung aufnehmen sollten, mehr schadet als es nützt. Erstens werden sie viel zu dick und zweitens werden sie durch das Trockenfutter schneller satt, fressen weniger Heu und weniger Frischfutter. Dadurch werden die Zähne nicht mehr so stark bzw. gar nicht beansprucht und wachsen unkontrolliert bis das Tier vor lauter Schmerzen nicht mehr fressen kann. Wer sich einmal Gedanken darüber macht, der wird schnell erkennen, dass Trockenfutter keinen Zweck erfüllt, abgesehen davon, dass es billig produziert und teuer verkauft werden kann, weil dem Tierbesitzer fälschlicherweise eingeredet wird, dass sein Tier durch dieses Futter bestens ernährt ist.

Auch Trockengemüse, das ja augenscheinlich gesund ist, weil es kein Getreide enthält, ist mit äußerster Vorsicht zu genießen ... warum zeigt dieses Photo überdeutlich:



Hier wurden ein paar getrocknete Karottenstückchen in ein Glas mit Wasser gelegt, das Ergebnis ist beeindruckend. Das gleiche passiert im Magen des Kaninchens und wenn es zu viel Trockengemüse frisst kann dies zu einer Magenüberladung mit Todesfolge führen! Daher am besten gleich Frisches geben und man erstickt viele Sorgen schon im Keim.




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Mythos Brot

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Zum Thema Brot finden Sie hier in Kürze ein paar Informationen:

Fütterung von Brot




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Futterumstellung - aber richtig

Dass Joghurtdrops, Knabberstangen, Brot und das getreidehaltige, handelsübliche Trockenfutter unseren Kaninchen dauerhaft Schaden zufügt, haben mittlerweile zum Glück schon viele Menschen erkannt. Auch die Aufklärung durch die Tierärzte wird immer besser, aber wie erreichen wir nun auf die richtige Weise das Ziel, unsere Kaninchen dauerhaft gesund zu ernähren?
Viele Erkrankungen (Aufgasungen, Magenüberladung, Übergewicht, Zahnprobleme) gäbe es nicht, wenn artgerecht gefüttert würde. Auf einigen Internetseiten und vor allem auch in Foren wird noch immer empfohlen, das "böse Futter" auf einen Schlag wegzulassen und nur noch Heu und Frischfutter zu geben. Das ist falsch und kann fatale Folgen haben!
Warum? Durch die Fehlernährung ist die Darmflora aus dem Gleichgewicht und kann das "gute Futter" (Frischfutter, Grünfutter) nicht richtig verwerten. Entzieht man ihm nun komplett das "böse Futter", wird das Verhältnis noch mehr gestört, was zu massivem Durchfall und Fehlgärungen führen kann. Auch andere Organe, wie z.B. die Leber, sind meistens vorgeschädigt und es sind leider Fälle von Organversagen mit Todesfolge nach radikalen Futterumstellungen bekannt. Geben Sie den Organen die Möglichkeit sich langsam zu regenerieren, was lange Zeit geschädigt wurde kann nicht von Heute auf Morgen schadlos eine 180-Grad-Wende überstehen.

Die Umstellung muss langsam vorgenommen werden und hängt vom Einzelfall ab.
  • Wie lange hat das Kaninchen schon Trockenfutter bekommen?
  • Wurde zusätzlich Frischfutter gegeben?
Was immer beachtet werden muss ist, dass Heu IMMER in großen Mengen zur Verfügung steht und nicht nur zu bestimmten Fütterungszeiten gereicht wird.

Bei älteren Tieren müssen mehrere Wochen eingeplant werden, hier sollte man auf jeden Fall noch einen großen Esslöffel täglich (pro Kaninchen) reichen, vorzugsweise nicht zusammen mit dem Frischfutter. Ist Frischfutter gänzlich unbekannt, beginnen Sie hier mit kleinen Mengen von verträglichen Sorten, wie z.B. Karotten, Fenchel und Apfel. Nach ca. 2 Wochen reduzieren Sie die Trockenfuttermenge auf einen kleinen Esslöffel und erhöhen die Frischfuttermenge und probieren neue Sorten in kleinen Mengen, z.B. Sellerie (Knolle und Grün), Tobinambur, Dill und Petersilie. Stellen Sie Verdauungsbeschwerden fest (Durchfall, Blähungen), dann lassen Sie die ungewohnten Frischfuttersorten sofort wieder weg und füttern nur bewährtes um es eine Woche später erneut zu versuchen.

Bieten Sie zusätzlich frische Zweige (z.B. Apfelbaum oder Haselnuss) an, das fördert den Zahnabrieb und auch getrocknete Kräuter und Blüten, die meist einwandfrei vertragen werden.

Klappt der zweite Schritt gut, dann reduzieren Sie nach weiteren zwei Wochen erneut (auf ca. 1 Teelöffel) und ergänzen Sie das Frischfutter wieder ein wenig (z.B. durch Karottengrün, Kohlrabiblätter, Giersch und Schafgarbe). Behalten Sie diese Fütterung ca. 4 Wochen bei und lassen die das Trockenfutter nun langsam auslaufen. Gibt es Probleme, gehen Sie wieder einen Schritt zurück.

Unterstützend sollten Sie Ihren Kaninchen (Bird)BeneBac (erhältlich beim Tierarzt) zum Aufbau der Darmflora geben (täglich ein erbsengroßer Klecks oder ein kleiner Teelöffel bei der Pulvervariante).

Sehr alte Kaninchen (ab ca. 10 Jahre), die ihr Leben lang mit getreidehaltigem Trockenfutter ernährt wurden, würden wir persönlich nicht mehr umstellen, hier schadet die Veränderung unserer Meinung nach mehr als sie noch Nutzen bringen kann.

Der Bericht über Futterumstellung entspricht unseren Erfahrungen und wurde nach Rücksprache mit unseren Tierärzten und kaninchenerfahrenen Haltern erstellt. Man muss natürlich beachten, dass jedes Kaninchen anders reagieren kann und dann individuell darauf eingegangen werden muss. Wir beraten Sie hier gerne persönlich und auch ein kaninchenerfahrener Tierarzt wird Ihnen bestimmt mit Rat zur Seite stehen.






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Shopping fürs Kaninchen

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KRANKHEITEN

Auch hier vorerst nur das Wichtigste in Kürze:

Kaninchen sind Meister im Verbergen von Krankheiten, darum kommt die Hilfe, sobald man eine Veränderung feststellt, leider oft zu spät. Also bitte zögern Sie nicht umgehend einen kleintiererfahrenen Tierarzt aufzusuchen, wenn Ihr Tier sich unnormal verhält! Abwarten kann innerhalb kürzester Zeit den Tod des Tieres zur Folge haben!!!



Gesundheitscheck

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Der richtige Tierarzt

Nicht jeder Tierarzt ist kleintiererfahren und leider erlebt man immer wieder haarsträubende Dinge, die böse enden können.

Nur als Beispiel (weil gerade so passiert):
Eine Meerihalterin musste ein Auge ihres doch schon betagten Böckchens entfernen lassen. Dabei wurde festgestellt, dass eine Herzschwäche vorliegt und das Tier keine weitere Operation mit Narkose mehr überstehen wird. Als dann zu allem Übel ein Ballenabszess aufgetreten ist, hat die hinzugezogene Tierärztin zur Amputation der Pfote geraten, Kostenvoranschlag 150 EUR, und das für eine unnötige OP, die mit Sicherheit den Tod des Schweinchens zur Folge hätte.
So ein Tierarzt ist natürlich indiskutabel.

Nun ist es natürlich nicht in jedem Fall für den normalen Halter so leicht zu beurteilen, ob die Aussage des Tierarztes vernünftig zu sein scheint, aber es gibt doch einige Anhaltspunkte:
  • wird das Tier gründlich untersucht, bevor diagnostiziert wird
  • wird Ihnen erklärt, an was das Tier erkrankt ist
  • werden Ihnen die verordneten Medikamente genannt und deren Wirkung verdeutlicht
  • wissen Sie nach dem Tierarztbesuch, wie groß die Heilungschancen sind und wie eine eventuelle Weiterbehandlung von Statten gehen soll
Wurden Sie schon nach wenigen Minuten ohne jegliche Aufklärung, mit teueren Medikamenten nach Hause geschickt und das Tier nicht ordentlich untersucht, holen Sie bitte eine zweite Tierarztmeinung ein.

In vielen großen Foren gibt es Tierarztempfehlungen, z.B. auf www.kaninchenforum.com, da ist bestimmt auch ein kleintiererfahrener Arzt in Ihrer Nähe dabei.




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Abszesse
Bitte suchen Sie umgehend einen kompetenten Tierarzt auf, je früher man behandelt, umso wahrscheinlicher ist eine Heilung möglich!

Häufig sind leider Kieferabszesse, die sich durch Verletzungen aufgrund Zahnfehlstellungen oder auch nur durch kleine Wunden von Heuhalmen etc. bilden können.
Da sie für uns zu Anfang meist nicht sicht- oder fühlbar sind, ist es wichtig auf mögliche Anzeichen zu achten, z.B. starkes Sabbern und verminderte Futteraufnahme mit der Folge von Gewichtsverlust.

Schneller erkennbar sind Abszesse direkt unter der Haut, die sich durch Verletzungen nach Rangkämpfen, Operationen etc. bilden. Sie lassen sich meist leicht ertasten.




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Augenentzündung
Ein Hervorquellen des Auges deutet leider oft auf einen Tumor hin, bitte lassen Sie das Kaninchen röntgen!

Eine Augenentzündung, erkennbar an tränenden Augen, verklebtem Fell um das Auge und milchigem Ausfluss kann beispielsweise Teil einer Atemwegsinfektion sein, aber auch eine Verletzung durch Fremdkörper, wie Heuteile etc., ist möglich.
Genauso kann es sich um eine Reaktion auf staubige Einstreu handeln, diese sollte dann dringend gewechselt werden.

Wenn Ihr Tierarzt dies alles ausschließen kann, so soll er doch bitte noch einen Blick auf die Backenzähne werfen, auch hier kann der Grund für den Tränenfluss liegen.

Bitte machen Sie keine Experimente und benutzen Sie zur Reinigung der Augen keine Watte (fusselt) und meiden Sie Kamille (Austrocknung, Reizung).




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Blinddarmkot (Zäkotrophe)
Der Blinddarmkot ähnelt von der Optik her einer Weinrebe, er ist von der Konsistenz weicher als der normale Kot und riecht streng. Er ist für die Tiere lebenswichtig, da er Mineralien und Vitamine enthält.
Es kann zu schweren Mangelerscheinungen bis hin zum Tod führen, wenn die Tiere gehindert werden ihn aufzunehmen. Die Aufnahme erfolgt direkt am After, es sieht für den Laien so aus als würde sich das Kaninchen putzen, wer jedoch das anschließende "Schmatzen" genau beobachtet, kann dies schnell unterscheiden.




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Durchfall
Durchfall kann vielfältige Ursachen haben und darf absolut nicht unterschätzt werden. Es sollte auf jeden Fall ein Tierarzt aufgesucht und ggf. eine Kotprobe veranlasst werden.

Die harmloseste Variante ist schlichtweg die Verwechslung mit Blinddarmkot, der zwar streng riecht und optisch anders aussieht als der normale Kot, aber mit Durchfall nichts zu tun hat und für das Kaninchen lebenswichtig ist.

Bei einem neuen langohrigen Mitbewohner könnte der Durchfall auch an der Ernährungsumstellung liegen, aber evtl. auch auf Kokzidiose schließen lassen. Letzteres muss umgehend festgestellt und behandelt werden, ist sehr ansteckend und kann den Tod der Tiere zur Folge haben.

Bitte fragen Sie bei Neuzugängen immer nach, wie das Kaninchen bisher gefüttert wurde. Eine Umstellung muss langsam erfolgen, da der Verdauungstrakt sehr sensibel reagiert. Auch wenn getreidehaltiges Trockenfutter schädlich ist, es sollte nie von Heute auf Morgen abgesetzt, sondern innerhalb von 2 - 3 Wochen langsam auf Null reduziert werden.

Auch ungewohntes Frischfutter kann zum Problem werden, daher Neues erst langsam Anfüttern und beobachten, ob es vertragen wird.

Auch Gras darf im Frühjahr nicht sofort in großen Mengen gereicht werden, hier kann Unwissenheit oder gut gemeinte Tierliebe leider fatale Folgen haben.




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E. Cuniculi (Enzephalitozoon Cuniculi)

ERFAHRUNGSBERICHTE


Krankheitsanzeichen, die getrennt voneinander oder auch kombiniert auftreten können:

  • Das typische Anzeichen ist der schiefe Kopf, dies kann so extrem sein, dass ein Auge zur Decke gerichtet ist.
  • Gleichgewichtsstörungen, im Kreis drehen, Umfallen
  • Lähmungserscheinungen, oft sind die Hinterläufe betroffen

Leider haben viele Tierärzte kaum Erfahrung mit E.C., jedoch ist eine schnelle und umfassende Behandlung von größter Bedeutung. Bitte suchen Sie SOFORT einen Tierarzt auf, egal ob nachts oder am Wochenende und drucken Sie am Besten den Bericht von Priv. Doz. Dr. med. vet. Birgit Drescher dafür aus.

Um den Parasiten abzutöten ist ein Wurmmittel erforderlich, bewährt hat sich hier Panacur. Mit der Behandlung sollte sofort begonnen werden, selbst wenn das Ergebnis des Bluttests noch nicht vorliegt.

Meist wird darüber hinaus ein hirngängiges Antibiotikum angewendet. Von manch gängigem Antiobiotikum wird jedoch abgeraten, da es durch evtl. vorherige Einsätze nicht mehr die benötigte Wirkung erzeugt.

Vitamin-B-Komplex sollte wegen der Nervenschädigungen gegeben werden.

Im Einzelfall zu entscheiden ist die Gabe von Cortison.

Infusionen zum Ausgleich eines Flüssigkeitsverlustes.

Wenn offensichtlich Schmerzen auftreten ist auch die Gabe eines Schmerzmittels anzuraten.

Chancen:
Heilungschancen gibt es sehr wohl, auch wenn es oft nicht den Anschein macht. Die Behandlung stellt auch die Nerven des Halters auf eine harte Probe und es ist nicht leicht, sein Tier offensichtlich leiden zu sehen. Umfassend können Sie sich auf www.headtilt.de informieren, hier gibt es viele Erfahrungsberichte, auch "Mutmacher"!!!

Ausserdem haben mir einige Betroffene ihre persönliche Geschichte zur Verfügung gestellt, dafür ganz herzlichen Dank, viele dieser Berichte geben wirklich Hoffnung, lesen kann man sie HIER


Da es sich um eine Zoonose handelt, besteht grundsätzlich eine Ansteckungsgefahr auch für andere Tierarten. Eine Ansteckungsgefahr für den Menschen besteht nur, wenn das Immunsystem extrem geschwächt ist, wie z.B. bei Aids- oder Chemopatienten.

Ich würde ein an E.C. erkranktes Tier jedoch nur vom Partner trennen, wenn dieser den Patienten jagt oder zusätzlich stresst. Allerdings sollte das Partnertier auch mit Panacur behandelt werden.

Weitere nützliche Informationen sind unter http://www.kaninchenforum.com/ecBehandlung.htm zu finden.

Meine ganz persönliche Überzeugung und für mich daraus resultierende Konsequenzen:

Aus all den Erfahrungsberichten, die ich bisher gehört und gelesen habe ist für mich folgendes Bild entstanden, was jedoch nur meinen persönlichen Einschätzungen entspricht und keineswegs in jedem Punkt medizinisch untermauert ist.
Der Erreger ist bei einer überwiegenden Anzahl von Kaninchen vorhanden, die Krankheit als Solche wird aber durch bestimmt Faktoren ausgelöst und für mich ist der Hauptfaktor STRESS.

Dieser kann auf vielfältige Ursachen beruhen, z. B. Zusammenführungen, Transporte, Tierarztbesuche, andere Haustiere, Unstimmigkeiten in der Gruppe, Menschen die unsachgemäß mit den Kaninchen umgehen und es dadurch ängstigen usw., dies alles KANN E.C. auslösen.

Als Konsequenz hieraus wird es bei meinen Kaninchen keine Mehrfach-Zusammenfühungs-Versuche mehr geben. Verträgt sich die Gruppe nicht, werde ich nicht versuchen dies zu erzwingen, sondern versuchen passendere Konstellationen zu wählen oder mich auch notfalls auf Paarhaltung beschränken. Ich werde bei Tierarztfahrten kein zweites Tier mitnehmen, klar ist das zu behandelnde Tier froh, wenn ein Freund dabei ist, an den es sich vertrauensvoll kuscheln kann, aber bei einer Freundin von mir hat genau dieser Freund, der nur als Gesellschafter dabei war, letztlich E.C. bekommen ... ob dies wirklich der Grund war kann ich natürlich nicht mit Sicherheit sagen, aber ich tendiere stark dahin.




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Epilepsie

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Hefen

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Kokzidiose

Dieser Erkrankung ist durch gute Haltung, d. h. vernünftige Fütterung, Sauberkeit, einem stressfreien Leben und Einhaltung von Quarantäne bei Neuzugängen relativ leicht vorzubeugen! Kaninchen mit einem stabilen Immunsystem erkranken eher selten.

Kokzidien können über den Kot der Tiere nachgewiesen werden.

Ein neues Kaninchen sollte auf jeden Fall auf Kokzidien untersucht werden, bevor es mit dem/den vorhandenen Kaninchen zusammen gelassen wird.

Bei Kokzidien handelt es sich um Parasiten, die bei den meisten Kaninchen vorhanden sind, sich aber aufgrund von Stress oder mangelnder Hygiene extrem vermehren können. Begünstigend für eine Erkrankung ist auch eine hohe Luftfeuchtigkeit im Stall.

Eine Behandlung ALLER Tiere ist dann unbedingt erforderlich, das Gehege muss täglich gründlich gereinigt werden.

Zur Reinigung von Käfigwannen und Zinkwannen im Stall eignet sich ab besten kochendes Wasser (über 80 Grad), dies tötet die Oozysten zuverlässig ab.

Gerade bei jungen Tieren führt Kokzidiose leider oft zum Tod.

Ein Anzeichen kann Durchfall sein, eher selten sind Fälle von Verstopfung.

Alle meine Vermittlungstiere werden auf Kokzidien untersucht!




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Myxomatose
Gegen Myxomatose kann geimpft werden und dies ist dringend anzuraten, da bei dieser Viruserkrankung die Sterberate sehr hoch ist und durch die milden Winter ist Myxo leider wieder sehr auf dem Vormarsch.

Die Virusübertragung erfolgt durch Stechmücken, Flöhe, Zecken und andere Blutsauger, auch eine Übertragung durch Grünfutter von der Wiese kann nicht ausgeschlossen werden. Auch überträgt sich der zur Familie der Pockenviren gehörende Myxomatosevirus von Kaninchen zu Kaninchen, daher ist die Wahrscheinlichkeit ALLE Tiere zu verlieren sehr hoch.

Die Inkubationszeit beträgt zwischen 3-10 Tagen (hier sind die Angaben von Tierärzten sehr unterschiedlich), der Tod tritt dann nach ca. zwei Wochen ein. Die Tiere sterben nicht am Virus selbst, sondern an den Sekundärerkrankungen.

Es sollte 2 x jährlich im Abstand von 6 Monaten geimpft werden, dies gilt auch für Tiere in Wohnungshaltung! Eine Grundimmunisierung ist dringend angeraten, besprechen Sie diese mit Ihrem kleintiererfahrenen Tierarzt.




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Pilzbefall
Pilzbefall ist ansteckend, auch für den Menschen.
Bitte immer Hände waschen und ggf. sogar die Kleidung wechseln.




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RHD (Rabbit Haemorrhagic Disease) / Chinaseuche
Gegen RHD kann geimpft werden und dies ist dringend anzuraten, da bei dieser Viruserkrankung die Sterberate sehr hoch ist!

Die Virusübertragung erfolgt durch Stechmücken, Flöhe, Zecken und andere Blutsauger, auch eine Übertragung durch Grünfutter von der Wiese kann nicht ausgeschlossen werden. Auch überträgt sich der Virus von Kaninchen zu Kaninchen, daher ist die Wahrscheinlichkeit ALLE Tiere zu verlieren sehr hoch.
Die Inkubationszeit beträgt nur 1-3 Tage, der Tod ist meist qualvoll (Erstickung). Ein überlebendes Tier wird nicht immunisiert und überträgt den Virus noch monatelang.
Eine Übertragung auf andere Tiere ist nicht bekannt.

Gegen RHD sollte 1 x jährlich geimpft werden, dies gilt auch für Tiere in Wohnungshaltung!




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Scheinträchtigkeit

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Kaninchenschnupfen (Rhinitis contagiosa cuniculi) / Pasteurellose

Haupterreger: Pasteurella multocida
Weitere Erreger sind oft beteiligt (Mischinfektion)

Auch gesunde Tiere tragen den Erreger oft in Nasenhöhle und Nasenschleimhaut in sich.
Schlechte Haltungsbedingungen, wie unsaubere Ställe, Feuchtigkeit, Zugluft oder auch erhöhter Stress können die Erkrankung zum Ausbruch bringen, da das Immunsystem geschwächt ist und die Erreger sich vermehren können.

Oft steht am Beginn der sichtbar werdenden Erkrankung kurzes Niesen. Das Allgemeinbefinden ist zu diesem Zeitpunkt meist gut.
Im Krankheitsverlauf niesen die Tiere vermehrt, es ist wässriger, später trüber bis eitriger Nasenausfluss zu beobachten. Das Fell um die Nase ist verklebt, typisch auch, durch das ständige Putzen der feuchten Nase, verklebte Vorderpfoten.

Es ist kaum möglich den Erreger vollständig zu eliminieren. Eine antibiotische Behandlung, möglichst nach Antibiogramm, bringt oft eine vorübergehende Besserung, jedoch keine Heilung. Ein Auftreten der Krankheit ist immer wieder möglich. Sie nimmt oft einen chronischen Verlauf.

Auch die Bindehäute sind oft betroffen und können, wie auch die Nasenöffnung, mit physiologischer Kochsalzlösung behandelt werden.

Ihr Tier kann mit dieser Krankheit noch jahrelang leben, aber man muss sich darüber klar sein, dass der Zustand sich dramatisch verschlimmern und schließlich zum Tod führen kann.

Die Ansteckungsgefahr ist sehr groß, es ist auf äußerste Hygiene zu achten, auch Kleidung und Schuhe sollten nach Kontakt gewechselt werden.
Es können auch andere Tierarten angesteckt werden!

Eine Schutzimpfung ist möglich, ob diese auch anzuraten ist wird oft diskutiert. Wenden Sie sich am Besten an den Tierarzt Ihres Vertrauens.

Auf meine Anfrage in einem medizinischen Labor bezüglich der Haltbarkeit der Erreger ausserhalb des Tieres habe ich folgende Antwort erhalten, die für Tierheime und Pflegestellen sicherlich sehr interessant und auch beruhigend ist:

Im Allgemeinen kann man davon ausgehen, dass die Tenazität der Erreger des Kaninchenschnupfens sehr gering ist. Die Erreger überleben außerhalb des Wirtsorganismus ca. 1 Tag. Wenn Sie ihre Ställe und deren Umgebung regelmäßig und gündlich reinigen, also normale Hygiene walten lassen, dürfte es keine Probleme damit geben. Wenn eines Ihrer Tiere allerdings kontinuierlich diese Erreger ausscheidet und Kontakt zu anderen Kaninchen hat, kann es diese anstecken.




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Tumore

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Trommelsucht
Mögliche Gründe hierfür sind zum Beispiel Fehlgärungen im Darm, ausgelöst durch frisches Gras, an welches das Tier noch nicht gewöhnt ist, z.B. bei ersten Gartenbesuchen im Frühjahr, aber genauso erwärmtes oder angefrorenes Gras.
Ungewohntes Futter in größeren Mengen (alles neue langsam anfüttern!)
oder stark blähendes Futter, wie z.B. Kohl.
Vergiftung, durch stark gespritztes Obst oder Gemüse,
mangelnder Auslauf (Bewegung hält den Darm in Schwung)

Der Bauch ist gebläht und hart, oft wird die Nahrungsaufnahme verweigert. Bei akuter Trommelsucht klopft das Tier mit den Hinterläufen, auch Zahnknirschen deutet auf Schmerzen hin.

Suchen Sie umgehend einen Tierarzt auf, da sonst innerhalb von Stunden der Tod Ihres Tieres die Folge sein kann.

Entfernen Sie sämtliches Futter ausser Heu und Wasser, zusätzlich kann verdünnter Fenchel- oder Kümmeltee (abgekühlt) angeboten werden.

Meiden Sie zusätzliche Wärme (Rotlicht, Wärmflasche), da dies den Gärprozess nur verstärkt.




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Verstopfung (Haarballen)
Durch das Putzen gelangen immer wieder Haare in den Magen/Darm des Kaninchens. Da die Tiere sich, anders als z.B. Katzen, nicht übergeben können, müssen die Haare durch den Darm wieder ausgeschieden werden.
Durch den 2 x jährlichen Fellwechsel und das vermehrte Haaren in dieser Zeit kann es zu Bildung von Haarballen und damit zu Verstopfung kommen.

Auffälligkeiten können hier kleine, harte Köttel oder Köttelketten sein, das heißt mehrere Köttel hängen wie an einer Schnur aufgereiht aneinander.

  • Gesund ernährte Tiere haben weniger Schwierigkeiten mit dem Fellwechsel - verzichten Sie auf Trockenfutter
  • Gönnen Sie Ihren Tieren viel Platz bzw. Auslauf, Bewegung hält den Darm in Schwung
  • Ananas und Kiwi (nur frisch, keine Dosenfrüchte) enthalten Bromelin und beschleunigen die Ausscheidung der Haare. Bitte nur ein kleines Stück täglich oder alternativ einen Löffel frischen Ananassaft
  • 1 Tropfen Paraffinöl (Apotheke) alle paar Tage unterstützt den Abtransport der Haare
  • Nager-Maltpaste gibt es in verschiedenen Geschmacksrichtungen. Meine Bande würde für Apfelgeschmack Morde begehen. Ein erbsengroßer Klecks auf einem Stück Apfel oder einem Kohlrabi- oder Löwenzahnblatt alle paar Tage oder bei ersten Anzeichen auch täglich hatte bei mir immer Erfolg. Aber bitte nicht zu oft und zu viel geben, das kann zu Durchfall führen!
  • Haben Sie Schmusekaninchen, die sich gerne streicheln lassen, können Sie den Fellwechsel auch durch sanftes Bürsten unterstützen oder die Haare mit einem leicht feuchten Waschlappen ausstreichen

Zeigt Ihr Kaninchen Anzeichen von Apathie, suchen Sie bitte umgehend einen Tierarzt auf, ein Röntgenbild zeigt, ob sich schon ein Haarballen gebildet hat.

Die obigen Maßnahmen dienen der Vorbeugung während dem Fellwechsel, es ist keine Behandlung im akuten Fall!!!




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Wunde/entzündete Ballen
Meist ist die Ursache einfach nur der falsche Untergrund, auf dem die Kaninchen gehalten werden.

In Aussenhaltung treten weniger oft Probleme auf, hier sollte darauf geachtet werden, dass die Fläche nicht überwiegend mit kleinen Kieseln oder Sand bedeckt ist.
Gut wäre normale Erde (keine gedüngte Blumenerde) oder Rasen.

In Innenhaltung sind an Teppichen reine Baumwollteppiche zu empfehlen. Mit Kunststoffteppichen gibt es meist schnell Probleme, wenn es nicht anders geht legen Sie alte Bettlaken darüber. Für meine Pflegetiere in Innenhaltung verwende ich die Signe-Teppiche von IKEA, sie sind günstig und super in der Maschine waschbar.

Wer in seinem Innengehege Einstreu verwendet, sollte weiche Einstreu nehmen, Pellets sind für Flächen, auf denen sich die Kaninchen dauerhaft aufhalten, zu hart. Ideal ist weiche Streu mit einer Lage Stroh oder Heu darüber, dann ist die Schweinerei durch fliegende Streuteile auch nicht so groß.

Bitte reinigen Sie das Gehege regelmäßig, denn nasser, von Urin und Kot verunreinigter Untergrund, fördert ebenfalls Entzündungen der Läufe.

Eine Behandlung ist dringend erforderlich, ansonsten könnten sogar die Knochen angegriffen werden, von den Schmerzen, die das Tier erleiden muss, gar nicht zu reden!




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Zähne
Achten Sie auf eine vernünftige Ernährung, um Zahnproblemen vorzubeugen!!!

Bei Auffälligkeiten wie Gewichtsverlust, Sabbern, langsamem Fressen oder sogar schon sichtbar langen Zähnen ist dringend ein Tierarztbesuch angeraten. Auch ein tränendes Auge kann Anhaltspunkt für Zahnprobleme sein.

Sogar Durchfall kann ein Anzeichen für Zahnprobleme sein, weil das Futter nicht mehr ausreichend gekaut und der Heukonsum reduziert oder sogar eingestellt wird. Die Darmflora gerät ins Ungleichgewicht, es können sich Hefen bilden.

Ein abgebrochener Schneidezahn kann Folge eines Unfalles sein, jedoch ebenso Zeichen von Mangelernährung. Zwar wächst der Zahn nach, aber auch hier sollte eine Tierarztkontrolle statt finden und evtl. der Gegenzahn reguliert werden.

Natürlich gibt es auch angeborene Zahnfehlstellungen, gerade bei Kaninchen mit runden Köpfchen tritt dies häufiger auf, weil der Kiefer kürzer ist. Leider müssen die meisten "Zahnkaninchen" regelmäßig behandelt werden, teilweise unter Narkose, was für den Körper natürlich sehr belastend ist. Optimal wäre es, einen Tierarzt zu finden, der dies auch ohne Narkose macht. Wenn Sie einen Tierarzt hier in der Region dafür suchen, nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf.

Mit solchen Tieren sollte auf keinen Fall Nachwuchs produziert werden (aber das sollte generell nicht getan werden, die Tierheime und Schutzorganisationen laufen über mit Tieren, darunter auch genug Mütter mit Baby's) !!!






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Literaturempfehlungen

Leben mit Kaninchen - Christine Wilde - NTV-Verlag
182 Seiten mit vielen Photos, Format: 16,8 x 21,8 cm, 19,80 EUR, ISBN 978-3-86659-071-7



Das Buch zur bekannten Internetseite www.diebrain.de bzw. www.nager-info.de ist wie nicht anders zu erwarten absolut empfehlenswert. Es gibt kaum ein Thema in Sachen Kaninchen und deren Haltung, das in diesem Buch keine Erwähnung findet.

Los geht es mit der Geschichte des Kaninchens und vor allem seinen wilden Verwandten. Dies dient später zum besseren Verständnis der Bedürfnisse, die Kaninchen an ihre Halter stellen. Ebenso werden einige rechtliche Grundlagen, wie Kaufvertrag, Mietrecht und Tierkörperbeseitigung angeführt. Im Anschluss folgen die grundlegenden Überlegungen vor der Anschaffung, sowie mögliche Gruppenkonstellationen bzw. Haltung mit anderen Haustieren. Gut finde ich, die genauere Beleuchtung der Möglichkeiten woher man seine Kaninchen bekommen kann.

Im Anschluss daran folgen die Themen Quarantäne, Zusammenführung und Verhalten, ebenso wie Beschäftigung und Spielzeug. Ein großer Teil des Buches ist dann dem Thema Unterbringung und Gehege, sowohl Innen- als auch Außenhaltung gewidmet, Einrichtungsmöglichkeiten, Größe, Einstreu etc., kein wichtiger Punkt kommt zu kurz. Fotos geben Anregungen und geben Ideen für die Gestaltung eines eigenen Geheges. Die gezeigten Gehege sind praxiserprobte Gehege von Privathaltern, die sich im Kaninchenalltag bewährt haben. Schön ist auch, das nächste ausführliche Kapitel zur Fütterung, insbesondere die kommentierten Frischfutterlisten sind dem unerfahrenen Halter (und sicher auch dem ein oder anderen "Oldie") eine große Hilfe. Das Thema Trockenfutter "ja" oder "nein" wird sachlich und objektiv behandelt und klar gegliedert, welches Trockenfutter unbedingt zu vermeiden ist und welches in bestimmten Fällen sinnvoll sein kann. Ein Beispielfutterplan hilft Anfängern einzuschätzen, wie viel ihre Tiere zu fressen brauchen.

Eine Tabelle mit Krankheitsanzeichen und möglichen Ursachen sowie kranheitsauslösenden Faktoren eröffnen das nächste Kapitel, das unter anderem noch Regeln für den Tierarztbesuch, Medikamentengabe, Zwangsernährung und Impfungen behandelt und zum Abschluss die gängigsten Kaninchenkrankheiten kurz erläutert. Das letzte Kapitel behandelt das Thema Zucht. Es wird deutlich auf die Gefahren und nötigen Vorkenntnisse hingewiesen. Die Erläuterungen aus diesem Kapitel können für Halter, die plötzlich mit einem Unfallwurf, einer trächtigen Häsin o.ä. dastehen, sicher sehr hilfreich sein.

Mein einziger kleiner Kritikpunkt wäre die Struktur des Buches. An manchen Stellen würde ich eine andere Reihenfolge vorziehen, ansonsten gibt es höchstens Kleinigkeiten, die aber wohl einfach Ansichtssache sind. Letztendlich aber tut das dem sehr gelungenen Werk keinen Abbruch, es gibt wohl kaum ein Buch auf dem Markt das auch nur annähernd so umfangreich ist wie dieses, es ist seinen etwas höheren Preis also durchaus wert!

Pilar Fürst für die Kleintierhilfe München





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Kaninchen im Außengehege - Monika Wegler - GU-Verlag
64 Seiten, Format 20,0 x 16,5 cm, 7,90 EUR, ISBN 9783833808661



Monika Weglers neuestes Werk ist meiner Meinung nach ein durchaus gelungenes Buch zur Kaninchenhaltung. Das Buch erklärt kurz und knapp das Wichtigste über Kaninchen und ihre Bedürfnisse mit besonderem Schwerpunkt auf der Außenhaltung. Es werden die Außengehege von Kaninchenhaltern beispielhaft vorgestellt, viele Bilder geben Anregungen für den evtl. geplanten Eigenbau. Es wird auf die möglichen Gefahren und daraus resultierenden notwendigen Sicherheitsmaßnahmen, sowie auf die Überlegungen zum geeigneten Standort hingewiesen. Darüber hinaus kommen Themen wie Fütterung, Zusammenführung, Gesundheit etc. nicht zu kurz, denn auch Kaninchen in Außenhaltung müssen gefüttert und zusammengeführt werden, oder werden auch mal krank. Das Buch bietet zum kleinen Preis, sowohl für Anfänger in Sachen Kaninchenhaltung als auch für "fortgeschrittene" Halter alles was man wissen muss. Dazu besticht es mit den gewohnt schönen Bildern der Autorin und Fotografin.

Pilar Fürst für die Kleintierhilfe





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Kleines Handbuch zum Langohrtraumzuhause
Informationen von Kaninchenhaltern für Kaninchenhalter

Für Einsteiger und Fortgeschrittene sehr empfehlenswert
Kosten 6,10 EUR + Versand
Bitte direkt beziehen bei Sonja Tschöpe




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