Herzlichen Dank an Dani, die mir ihr Wissen zur Verfügung gestellt und diese Seite erarbeitet hat.

Für Fragen zum Thema Chinchillas darf man sie unter kleintiere_muc@yahoo.de kontaktieren.


Chinchillas


Überlegungen vor der Anschaffung

Die Anschaffung von Chinchillas sollte vorher sehr gut überlegt sein.
Die kleinen Nager sind nachtaktiv und reagieren besonders auf ihnen unbekannte Geräusche. Sie sollten daher in einem, wenn möglich eigenen, ruhigen und schattigen Raum ihre Unterkunft haben.
Des weiteren ist darauf zu achten, dass die Tiere es weder zu kalt noch zu warm haben. Ideal sind Temperaturen zwischen 18°C und 24°C.
Im Winter ist also heizen angesagt und im Sommer hängt man am besten feuchte Handtücher an die Käfige.

Chinchillas sind nicht für Aussenhaltung geeignet!

Man sollte auch daran denken, dass Chinchillas schon mal 20 Jahre alt werden können.

Meiner Ansicht nach gehören Chinchillas nicht in die Hände von Kindern, da es sich bei den Tieren nicht um Streicheltiere handelt. Die Kleinen bleiben gerne unter sich, freuen sich aber sehr über täglichen Auslauf, der ihnen unbedingt gewährt werden sollte.

Chinchillas sind Gruppentiere

D. h. Einzelhaltung ist das Schlimmste, was man diesen Tieren antun kann. Ich empfehle daher, immer gleichgeschlechtliche Chinchillas zu halten (2 Stück, wer mag, kann auch eine größere Gruppe halten. Der Käfig muss dann entsprechend größer sein). Nachwuchs gibt es schon genug und muss ja nicht unbedingt noch weiter produziert werden!!!

Eine Vergesellschaftung ist nicht einfach, daher empfiehlt es sich als Anfänger direkt miteinander verträgliche Tiere aus dem Tierheim oder einer Notstation aufzunehmen.

Unterkunft:

Die richtige Auswahl des Käfigs bleibt natürlich Jedem selbst überlassen. Man sollte jedoch wissen, dass Chinchillas gerne springen und klettern. Daher ist es wichtig einen relativ hohen Käfig (2 Meter sind ideal) mit einer Bodenfläche von ca. 1 m auf 50 cm zu haben. So einen Käfig überhaupt zu finden gestaltet sich sehr schwierig und sprengt oft den finanziellen Rahmen des zukünftigen Besitzers.
Im Internet gibt es daher viele Anregungen, Chinchillakäfige selbst zu bauen. Dies ist wirklich sehr einfach. Man kauft sich einen günstigen Kleiderschrank und baut diesen dann chinchillagerecht um (Bauanleitung unter www.kleintiere-toelz.de).

Käfigausstattung (kein Zubehör aus Plastik verwenden!):
  • Sitzbretter/Sprungbretter
  • Häuschen mit entsprechend großen Öffnungen (Einklemmgefahr)
  • Sandwanne
  • Äste von Obstbäumen (KEIN Steinobst)
  • Korkröhren
  • Futternapf
  • Trinkflasche
  • Heuraufe (Vorsicht, dass sich die Chinchillas nicht einklemmen können)
Bei der Verteilung der Sitzbretter ist drauf zu achten, dass diese nicht zu weit auseinander angebracht werden, da die Chinchillas sonst abstürzen könnten.
Auch kann man via Äste oder Korkröhren eine schöne Verbindung zwischen 2 Sitzbrettern herstellen.

Die Sandwanne ist das A und O in einem Chinchillaheim. Durch das Sandbaden wird das Fell gepflegt. Daher bitte nur Chinchillasand verwenden. Vogelsand, Quarzsand o.ä. schadet dem Fell massiv und kann zu Krankheiten führen (offene Wunden, Ekzeme).

Die Trinkflasche gehört min. alle 2 Tage gereinigt. Frisches Wasser sowie Heu muss den Tieren immer zur Verfügung stehen.

Der Käfigboden wird einfach mit Einstreu bedeckt und sollte min. 1 mal pro Woche komplett gereinigt werden. Ebenfalls empfehle ich die Sitzbretter täglich rauszukehren. Da erfreut sich der Besitzer an einem sauberen Käfig und auch die Tiere fühlen sich dann wohl.

Ernährung:

Die Ernährung von Chinchillas ist denkbar einfach. Da Chinchillas die Steppen und Felsregionen der Anden bewohnen besteht ihre Nahrung aus sehr energiearmen und rohfaserreichen Pflanzen (Steppengräser, Dornensträucher etc.).
Daher empfehle ich jedem Chinchillahalter, es der Natur gleich zu tun und die Tiere ebenfalls mit karger Kost zu füttern. Dies sind in erster Linie gute Chinchillapellets (gepresstes Heu oft mit Mineralienzusätzen versehen) und Heu, was immer vorhanden sein sollte.

Von Chinchillafertigmischungen aus dem Zoogeschäft kann ich nur abraten, da dort so ziemlich alles drin ist, was ein Chinchilla nicht futtern sollte und langfristig zu starken Darmschädigungen und Mangelerscheinungen führt. Die einfachen Pellets und Heu tun es wirklich und auch Chinchillas sind damit sehr glücklich.

Man rechnet pro Chinchilla täglich einen Esslöffel Pellets. Manche futtern etwas mehr, andere bevorzugen Heu und lassen die Pellets links liegen.

Ebenfalls wichtig sind Äste, an denen die Chinchillas nagen können (sind übrigens auch eine schöne Beschäftigung als Zeitvertreib). Hierfür eigenen sich Äste von Weiden, Apfel- und Birnbäumen sowie Haselnusssträuchern.

Als Leckerli's verfüttere ich gelegentlich getrocknete Hagebutten, getrocknete Karottenscheiben, getrocknete Rosenblüten, getrocknete Mariendisteln, Haferkissen und auch mal Haferflocken (2 Chinchillas bekommen bei mir ab und an 1/2 Esslöffel ins Futter gemischt).
Übrigens, die meisten Leckerli's kann man selber zerschneiden und trocken und man muss sich nicht die überteuerten Packungen aus dem Zoogeschäft kaufen.

Futterumstellungen bitte immer langsam und schrittweise durchführen!

Auslauf sicher gestaltet:

Da Chinchillas sehr bewegungsfreudig sind, sollte täglicher, abendlicher Auslauf die Regel sein. Chinchillas sind beim Freilauf oft schlimmer als ein kleines Kind. Haben sie erst einmal ein Objekt ihrer Begierde erspäht, hält sie kaum etwas auf, dies auch zu erreichen.
Daher ist es wichtig zu wissen, dass Chinchillas problemlos bis zu 1 m hoch springen können und auch vor kleinen Ritzen ab ca. 5 cm nicht Halt machen.

Also muss das Zimmer, in dem der Freilauf statt findet, erst einmal chinchillasicher gemacht werden. Das bedeutet: Keine Kabel rumliegen lassen (diese werden mit Vorliebe angenagt bzw. durchgenagt), Pflanzen und Reinigungsmittel weg vom Boden, Löcher und Spalten verstellen (z.B. mit einem Brett), Fenster müssen zu bleiben und ggf. Klettermöglichkeiten wie Maschendraht oder dergleichen ebenfalls verstellen oder wenn möglich entfernen.

Kastration - Ein heikles Thema bei Chinchillas:

Bei der Haltung von verschieden geschlechtlichen Chinchillas kann ich nur empfehlen, das Böckchen (männliches Chinchilla) kastrieren zu lassen. Ich persönlich bin allerdings der Meinung, dass man den Tieren bei einer gleichgeschlechtlichen Haltung viel Stress und Schmerzen ersparen kann. Ebenfalls sollte man sich darüber im Klaren sein, dass Chinchillas Narkosen sehr schlecht und oft auch gar nicht vertragen und es leider dadurch zum Tod des Tieres kommen kann. Daher sollte eine Kastration, wenn's denn unbedingt sein muss, auf alle Fälle von einem auf Chinchillas spezialisierten Tierarzt durchgeführt werden!!!

Krankheiten:

Gesunde Chinchillas sind neugierig und agil, springen zielsicher und das Fell ist weich und weist keine kahlen Stellen auf. Die Augen sind glänzend, der Kot fest und ca. 1 cm lang. Die Zähne sollten gelb bis orange sein, ausser bei jungen Tieren. Dies ist nur ein Überblick über die häufigsten Krankheiten von Chinchillas. Bei richtiger Ernährung und Haltung kommt es meiner Erfahrung nach jedoch kaum zu Erkrankungen, außer diese wurden bereits vererbt.

Ein Tierarzt muss bei auftretenden Krankheitssymptomen auf jeden Fall hinzugezogen werden!!!

Durchfall(weicher bis flüssiger Kot)
Verstopfung (sehr kleiner, harter Kot)
Knochenbrüche
Zahnanomalien/Zahnverfärbungen (weiße Zähne deuten auf Mangelerscheinungen hin)
Pilze
Augenentzündungen
Fellbeißen (tritt oft in Stresssituationen auf ((z.B. Partnerwechsel, zu kleiner Käfig)), falsche Haltung, falsches Futter, Vitaminmangel. Ich selbst habe beim Fellbeißen sehr gute Erfahrungen mit Bachblüten gemacht, da es meist eine psychische Ursache für diese Beißattacken gibt.)

Fazit

Chinchillas sind sehr niedlich anzuschauende Haustiere. Doch man sollte nie vergessen, dass es sich hierbei nicht um Streicheltiere handelt, sondern mehr oder weniger um Wildtiere, die leider die Streicheleinheiten des Menschen oft nicht mögen und einfach ihr eigenes Leben leben wollen.

Wenn man sich nach reiflicher Überlegung für diese possierlichen Nager entscheidet, sollte man sich seine künftigen Mitbewohner aus einem der zahlreichen Tierheime oder einer Notstation holen, viele Tiere aus Zoohandlungen und diversen Baumärkten werden leider oft viel zu früh von der Mutter getrennt, ausserdem ist die Beratung in vielen Fällen mangelhaft.